„König hört auf“ (2022)

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Filmkritik: Die Dokumentation „König hört auf“, welche auf dem 65. DOK Leipzig 2022 ihre Premiere feierte, portraitiert Lothar König, einen Jugendpfarrer aus Jena, der seit Jahren ein fester Bestandteil des linken Aktivismus ist. Sein Sohn Tilman König begleitete ihn während seiner letzten Tage im Amt dokumentarisch.

Lothar König ist seit 1990 evangelischer Stadtjugendpfarrer in der thüringischen Stadt Jena. Jetzt wird es Zeit in Rente zu gehen. Wie sehen seine letzten Tage aus? Wie empfindet er die Zeit? Und was kommt danach? Der Dokumentarfilmer Tilman König, Sohn des Pfarrers, begleitete ihn in dieser Zeit. Er blickt in Gesprächen in seine bewegte Vergangenheit und auf seine Arbeit zurück. Denn in der Position des Pfarrers wurde er zur Leitfigur einer linken Bewegung, sei es bei unzähligen Demonstrationen, seinen Aktionen gegen Rechtsradikalismus oder bei Fußballspielen mit Geflüchteten. Um dessen Leben genauer zu betrachten, verwendet König auch Archivmaterial und kombiniert so die letzten Tage mit dem Vergangenen. Natürlich merkt man dem Film an, dass hier eine innige Beziehung zwischen Protagonist und Filmemacher besteht, trotzdem ist der Film keine reine Hommage. Denn man bekommt die schwierigen Charakterzüge ebenso vermittelt wie das unermüdliche Engagement. So entstand ein gelungenes, kurzweiliges Portrait eines Mannes und zugleich auch einer Zeit, welches zeigt, welche Kraft es braucht, sich über die Jahre zu engagieren. 

Lothar König

Fazit: „König hört auf“ ist das Portrait des linken Aktivisten und Jugendpfarrers Lothar König, der seine Rente antritt, aber noch lange nicht an Ruhestand denkt. Sein Sohn Tilman König setzt ihm mit klassischen Dokumentarfilm-Mitteln ein würdiges Denkmal und erzählt gleichzeitig über die Zeit und die politische Situation des Landes.

Bewertung: 7/10

Kinostart: 17. November 2022

Trailer zum Film „König hört auf“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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