- Acht Fragen an Idir Serghine - 16. April 2026
- „Oni“ (2025) - 16. April 2026
- Kinostarts 16.04.2026 - 15. April 2026
Interview: Im Gespräch mit dem amerikanischen Regisseur Joshua Giuliano konnten wir mehr über seinen Kurzfilm „Tiny Thing“ erfahren, der im ‚Shock Block‘-Programm des 24. Landshuter Kurzfilmfestivals 2024 lief, wie er absichtlich mit klassischen Horror-Elementen in die Irre führt und dass ein deutscher Spielfilm als visuelles Vorbild für diesen Film diente.
The original english language interview is also available.
Wie ist die Idee zu „Tiny Thing“ entstanden?
Im ersten Jahr der Pandemie lebte ich in Quarantäne mit jemandem, den ich gerade erst kennengelernt hatte. Diese Erfahrung, in so kurzer Zeit die Stadien einer neuen Beziehung zu durchlaufen, war die Inspiration für „Tiny Thing“. Außerdem sah ich in einer Reality-Show eine Fliege, die im Ohr eines Mannes steckte, und das war eines der schrecklichsten Dinge, die ich je gesehen habe.
Wunderbar finde ich Deinen Spannungsaufbau – wenn man nicht weiß, auf was hinaus läuft, kann man sich als Genre-Fan alles ausmalen. Was lag Dir bei der Horror-Inszenierung am Herzen?
Es war wichtig, am Anfang einige etablierte Horrortropen zu verwenden (der Hirschkopf, bedrohliche Weitwinkelaufnahmen, die sich automatisch einschaltenden Lichter), um das Publikum in die Irre zu führen und es glauben zu lassen, dass es sich um einen Standard-Horrorfilm handeln würde. Wenn dann die Fliege in Jacobs Ohr eindringt, haben wir die Möglichkeit, mit den Konventionen zu spielen und das Publikum sich fragen zu lassen, ob dies überhaupt ein Horrorfilm ist. Das erlaubt uns natürlich auch, das Publikum mit der plötzlichen Gewalt am Ende regelrecht zu erschlagen.
Wo habt ihr den Film gedreht und was war Dir visuell wichtig?
Duluth, Minnesota, im Haus meiner Cousins am See. Ich wollte eigentlich nur einen Ort, der abgelegen ist – zum Glück war der Ort, den wir bekamen, auch noch atemberaubend schön.
Hast Du Vorbilder, auf die Du referenzierst?
Für diesen Film gibt es tatsächlich einen deutschen Film, der unsere Hauptinspirationsquelle war: „The Strange Little Cat“ [Anm. d. Red.: 2013, Regie: Ramon Zürcher]. Ich habe ihn vor Jahren auf dem LA Film Festival gesehen und fand es toll, dass der Kameramann die Kamera nie bewegte. Es war der einzige Film, den ich meinem Kameramann vor den Dreharbeiten gezeigt habe.
Der Cast ist sehr gut – wie hast Du die beiden gefunden?
Ich kannte Jacob und habe bereits mit ihm zusammengearbeitet. Er war die erste Person, an die ich dachte. Jacob kannte Britt und schlug mir vor, sie zu besetzen. Es war mir wichtig, dass die beiden Hauptdarsteller eine gute Chemie haben, und so hatte ich Glück, dass ich zwei Leute besetzen konnte, die das bereits in hohem Maße hatten.
Kannst Du mir noch ein bisschen von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?
Ich lebe in L.A. und habe jahrelang versucht, in der Branche als Autor/Regisseur Fuß zu fassen. Während ich metaphorisch an die Türen klopfte, habe ich immer darauf geachtet, meine eigenen Sachen zu machen, sowohl als Übung als auch als Arbeit, die ich den Leuten zeigen kann. Als ich „Tiny Thing“ drehte, hatte ich bereits eine Agentur und einige Spielfilme an verschiedenen Orten gedreht, so dass dieser Kurzfilm eher der Übung diente, als meine Karriere voranzutreiben.
Sind bereits neue Projekte geplant?
Ja! Ich kann nicht wirklich über Einzelheiten sprechen, aber ich habe ein paar Langfilme, die sich in verschiedenen Stadien befinden – ich hoffe, dass ich noch dieses Jahr eines machen kann. Wir werden sehen!
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Übersetzung von Michael Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Tiny Thing“
Interview: In our conversation with American director Joshua Giuliano, we learned more about his short film „Tiny Thing“, which screened in the ‚Shock Block‘ program of the 24th Landshut Short Film Festival 2024, how it deliberately misleads with classic horror elements and that a German feature film served as the visual model for this film.
How did the idea for „Tiny Thing“ come about?
I quarantined with someone I had just met for the first year of the pandemic. It was that experience of rapidly going through the stages of a new relationship in such a short amount of time that inspired „Tiny Thing“. Well, that plus I saw a fly stuck in a man’s ear in an episode of a reality show and it was one of the most horrifying things I’ve ever seen.
I think your build-up of suspense is wonderful – if you don’t know what’s going to happen, as a genre fan you can imagine anything. What was important to you in the horror scenario?
Using some horror establishing tropes at the beginning (the deer head, ominous wide shots, the automatic lights turning on) was important so we could misdirect the audience into thinking this would be a more standard horror short. Then, when the fly goes into Jacob’s ear, we have room to play with convention and make the audience wonder if this is even a horror film at all. Of course, this also allows us to really bludgeon the audience with the sudden violence in the end.
Where did you shoot the movie and what was important to you visually?
Duluth, Minnesota, in my cousins‘ lakeside home. I really just wanted a place that was isolated — lucky for me the place we got also happened to be stunningly beautiful.
Do you have any references you draw from?
For this one there is actually a German film that was our main source of inspiration: „The Strange Little Cat“. I had seen it years ago at the LA Film Festival and loved how the DP never moved the camera. It was the only film I showed my DP before we shot.
The cast is very good – how did you find them?
I knew Jacob and had worked with him before. He was the first person I thought of. Jacob knew Britt and suggested I cast her. It was important to me that the two leads had great chemistry, so I lucked out in casting two people who already had that in spades.
Can you tell me a bit more about yourself and how you came to make the movie?
I live in LA and had been trying for years to break into the industry as a writer/director. While I was metaphorically knocking on doors, I always made it a point to keep making my own stuff, both as practice and as work that I can show to people. When I made TINY THING, I had already gotten repped and had set up some features at different places, so this short was more for exercise than moving my career forward.
Are there any new projects planned?
Yes! I can’t really talk specifics, but I have a few features that are in various stages — hoping to make one later this year. We’ll see!
Questions asked by Doreen Kaltenecker
Read on the german review of the short film „Tiny Thing“