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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2024
Filmkritik: Der Kurzfilm „Das ist keine Figur, das ist Verrat“ von Romina Küper, der seine Premiere auf der Kurzfilmwoche Regensburg feierte und auf Festivals wie dem 24. Landshuter Kurzfilmfestival 2024 unterwegs war, ist eine Geschichte über eine Mutter-Sohn-Beziehung.
Stefan (Sebastian Urzendowsky) startet gerade mit seinem Debütroman durch. In diesem erzählt er viel von seiner eigenen Familie. Zu einer Lesung nimmt er seine Mutter Melanie (Sabine Urig) mit, die viel mit der Figur der Friseurin des Romans gemeinsam hat. Vor Ort merkt Stefan, wie er zwischen die Stühle gerät, will er sich doch etablieren und stößt dabei immer wieder seine Mutter vor den Kopf.
Die Regisseurin Romina Küper, die hier zusammen mit Max Lindemann das Drehbuch geschrieben hat, erzählt mit einem tollen Gespür für ihre Figuren eine warmherzige Mutter-Sohn-Geschichte. Wie sehr verändert man sich, wenn man die Welt, in der man aufgewachsen ist, verlässt? Wie begegnet man seinem alten Leben, in dem die Familie immer noch lebt? Gibt es einen Unterschied zwischen der Arbeiterklasse und dem intellektuellen Arbeitsleben? All dem spürt Romina Küper, die als Schauspielerin ihre Karriere begonnen hat, mit viel Authentizität, Charme und auch cineastischen Feingefühl nach. Man kann die Figuren, perfekt von Sabine Urig und Sebastian Urzendowsky verkörpert, sofort verstehen, schließt sie ins Herz und ist am Ende, trotz viel Humor im Film, sehr berührt. Küper schafft es, das Gefühl einer schmerzlichen Abnabelung perfekt einzufangen. Mit dem Aufbau eines eigenen Lebens erscheint das meist unvermeidlich.
Auch schafft es der Film ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie es den Eltern dabei geht. Für all das finden Küper und ihr Kameramann Philipp Schaeffer eine visuell ansprechende Sprache. Die Ausleuchtung und die Farben machen alles lebendig und machen auch die unspektakulärsten Orte zu etwas Besonderem. Ebenso wird Stefans Blick auf seine Mutter, der auch noch von den Worten am Ende des Films unterstützt wird, perfekt eingefangen. Durch und durch ist Romina Küper, die zuvor „Fragmente einer jungen Frau“ (2022) gedreht hat, ein berührender Film gelungen, der lange im Gedächtnis bleiben wird.
Fazit: „Das ist keine Figur, das ist Verrat“ ist ein Kurzfilm von Romina Küper, die es schafft mit viel Gespür und Timing eine Mutter-Sohn-Beziehung zu beleuchten, das Universelle dahinter zu sehen und dabei gleichzeitig persönlich und berührend zu sein. Noch lange nach der Sichtung bleibt der Film im Gedächtnis und das Gefühl trägt einen fort und man möchte sich danach auch unbedingt mal wieder bei seinen Eltern melden.
Bewertung: 8,5/10
Trailer zum Kurzfilm „Das ist keine Figur, das ist Verrat“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 24. Landshuter Kurzfilmfestival 2024 – Katalog (Programm ‚D-A-CH-Wettbewerb‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Acht Fragen an Romina Küper‘, testkammer.com, 2024
