„Wäsche“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Österreich / Fiktion / 2024

Filmkritik: Der österreichische Kurzfilm „Wäsche“ von Lotta Schweikert, der es auf dem 24. Landshuter Kurzfilmfestival 2024 bis zu den Lieblingsfilmen schaffte, ist ein Kammerspiel, dass von seinen beiden Hauptdarstellerinnen lebt.

Sophie (Leonie Berner) ist in ihrer Wohnung von Wäschebergen umgeben, die sie für ihr Start-Up-Projekt benötigt. Als ihre Mitstreiterin abspringt und sie das Projekt für finanzielle Unterstützung selber vorstellen muss, merkt man ihr an, dass sie keine Kräfte mehr dafür hat. Genau zu diesem Zeitpunkt klingelt es an der Tür und Marianne (Babett Arens) möchte die Wohnung noch einmal sehen, in der sie mal gelebt hat.

Der Drehbuchautor Lukas Wesslowski baut in die Geschichte eigene Erfahrungen ein, denn bei ihm klingelt es von Zeit zu Zeit und Menschen wollten sich nochmal ihre frühere Wohnung anschauen. Hinzu kommen die Aspekte eines jungen Karriere-Leben. Hat man den richtigen Weg eingeschlagen oder hat man sich mit dem eigenen Start-Up-Projekt auch überschätzt? Wir erleben in den 14 Spielminuten die Unsicherheit, aber auch die Erschöpfung der jungen Frau. Gewürzt mit der seltsamen Begegnung mit Marianne, die sich wie ganz selbstverständlich durch Sophies Wohnung bewegt. Lotta Schweikert, die beim 24. Landshuter Kurzfilmfestival 2024 gleich mit zwei Kurzfilmen vertreten war, inszeniert die Geschichte als Kammerspiel. Das Zusammentreffen der beiden Frauen ist dabei amüsant und unvorhersehbar. Wie Sophie mit dem Eindringling umgeht, ist faszinierend. Hinzu kommt ein gelungenes Setting.

Babett Arens und Leonie Berner

Die kleine Wohnung wurde mit neun großen 70-Liter-Säcken voller Wäsche aus einem Secondhand-Kaufhaus ausstaffiert und passt so perfekt zu dieser ungewöhnlichen Geschichte. Hinzu kommt das gelungene Spiel beider Darsteller:innen. Leonie Berner fängt die Erschöpfung und auch eine gewisse Ohnmacht ihrer Sophie wunderbar ein. Babett Arens als Marianne ist grandios. Sie bewegt sich so selbstverständlich durch die Wohnung, ist eigentlich ein Störenfried, aber trotzdem kommt sie in diesem Moment genau richtig. Garniert wird der Film dann noch mit dem Abschlusssong „Wäsche“ der Oberammergauer Band Kofelgschroa. 

Fazit: „Wäsche“ ist ein Kurzfilm von Lotta Schweikert, der sich mit Themen beschäftigt, die junge Menschen am Anfang ihrer Karriere antreibt. Das Ganze inszeniert sie als Kammerspiel und als Dramödie, welche die Seltsamkeit der Situation gut als auflockerndes Element der Geschichte verwendet. 

Bewertung: 7/10

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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