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Filmkritik: Der Schweizer Kurzfilm „Dreieck“ von Saladin Dellers und Kim Culetto, der seine Weltpremiere auf dem 47. Filmfestival Max Ophüls Preis 2026 feierte, erzählt die Geschichte einer Dreiecksbeziehung mit viel Authentizität und Humor.
Arvid (Saladin Dellers) steht eines Tages mit einer Zahnbürste in der Hand vor der Tür von Sandro (Ilja Baumeier). Er hat beschlossen, den Mann von Tamara (Adriana Möbius), mit der er ebenfalls zusammen ist, kennenzulernen. Im Idealfall will er ein so gutes Verhältnis schaffen, dass er seine Zahnbürste in dem Haus lassen darf. Wie reagiert nun Sandro auf diesen Überraschungsbesuch?
Der Schauspieler Saladin Dellers, auch zu sehen in „Solo Show“ von Julius Weigel, erzählt nach seinem eigenen Drehbuch, zum ersten Mal auch als Regisseur zusammen mit Kim Culetto eine Was-Wäre-Wenn-Geschichte. Er selbst hat Erfahrungen mit einem Liebesdreieck gemacht und hat sich immer vorgestellt, wie es wäre, auf den anderen Mann zuzugehen. Diese Idee wird nun in dem 14-minütigen Film durchgespielt. Inszeniert als an einem Abend stattfindendes
Kammerspiel, bei dem sich vor allem die beiden Männer austauschen, denn die Frau im Zentrum der Geschichte ist an diesem Abend nicht zuhause. Dabei nehmen beide Figuren entgegengesetzte Standpunkte ein: Während der eine am besten nichts von dem anderen wissen möchte, will der andere eine Annäherung. Mit viel Dialogwitz und ohne Pausen zuzulassen, wird ihr Zusammentreffen, das zum Teil an klassische Screwball-Komödien erinnert, inszeniert. Sie spielen sich die Bälle zu, stoßen sich gegenseitig ab und finden aber auch hin und wieder Anknüpfungspunkte. Das ist äußerst unterhaltsam, was auch am perfekten Zusammenspiel der beiden Darsteller Ilja Baumeier und Saladin Dellers liegt, die schon öfter miteinander gearbeitet haben.
Fazit: „Dreieck“ ist ein Kurzfilm von Saladin Dellers und Kim Culetto, der aus der Sicht von Zweien eine Dreiecksbeziehung beleuchtet und mit viel Dialogwitz, aber auch einem starken Wirklichkeitsbezug die beiden Männer mit unterschiedlichen Positionen aufeinandertreffen lässt.
Bewertung: 4/5
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Doreen Kaltenecker, ‚Sieben Fragen an Saladin Dellers und Kim Culetto‘, testkammer.com, 2026
- Eintrag des Kurzfilms „Dreieck“ beim Filmfestival Max Ophüls Preis
- Eintrag des Kurzfilms „Dreieck“ auf der Plattform Nuu
- Chris Ignatzi, ‚SR-Mediathek.de: Dreieck (KF)‘, sr.de, 2026
