„Piecht“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2023

Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „Piecht“ von Luka Lara Steffen, gesehen im Programm des 24. Landshuter Kurzfilmfestivals 2024, erzählt von einer Mutter und ihrer Tochter, die kurz davor stehen, ihre eigenen Wege zu gehen. 

Johanna (Alida Stricker) steht kurz davor, ihren Abschluss zu machen und auf eigenen Beinen zu stehen. Für ihre Mutter Ursula (Corinna Nilson) lässt sie sich nochmal auf einen gemeinsamen Urlaub ein. In dem beschaulichen Ort Piecht wollen sie beide zur Ruhe kommen und Johanna hofft auf ein Gespräch mit ihrer Mutter. Doch in dem Ort, der auf den ersten Blick friedlich und abgeschieden scheint, passieren mysteriöse Dinge, sodass die junge selbstbewusste Frau einiges zu hinterfragen beginnt und stößt dabei auf heftige Gegenwehr.

Corinna Nilson

Der 30-minütige Kurzfilm „Piecht“ der Regisseurin Luka Lara Steffen, die auch das Drehbuch dafür schrieb, widmet sich vielen Themen gleichzeitig. Es geht in dem Film um eine Mutter-Tochter-Beziehung. Wie kann man sich von seinen Eltern lösen? Was hinterlässt das für Spuren und wie kann so ein Abnabelungsprozess vonstatten gehen? Hinzu kommen  Fragen nach Selbst- oder auch Neuerfindung. Dafür spielt dann auch der Ort eine wesentliche Rolle, der beängstigende Impulse dafür gibt, wie man die Welt betrachten kann. Während die queere junge Frau das alles zurecht skeptisch betrachtet, erkennt die Mutter reizvolle Aspekte in dieser andersartigen, dörflichen Lebensgemeinschaft. So geht es auch um radikalere Gruppierungen und was ihren Reiz ausmacht. Mit einer authentischen Inszenierung und viel Spannung erzählt sie von dem Dorf sowie den Gegebenheiten und wir entdecken zusammen mit der jungen Protagonistin alle Ereignisse, die auch im Spannungsfeld des Mutter-Tochter-Verhältnis stattfinden. Besonders stark ist das Spiel aller Darsteller:innen, die es schaffen, ihren Figuren auch in der Kürze der Zeit viel Tiefe verleihen. So gelang Steffen ein kluger wie spannender Kurzfilm, der mit einem fiktiven Dorf auf die heutige Gesellschaft blickt.

Fazit: „Piecht“ ist ein sowohl spannender als auch realitätsnaher Kurzfilm von Luka Lara Steffen. Die Regisseurin beschäftigt sich darin intensiv mit diversen Themen und zieht einen mit ihrer packenden Inszenierung und dem großartigen Spiel aller Darsteller:innen in den Bann. 

Bewertung: 8,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Piecht“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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