„Trains passing“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2023

Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „Trains Passing“ von Ani Mrelashvili, der auf dem 24. Landshuter Kurzfilmfestival 2024 lief, ist eine berührende Geschichte über einen sicheren Ort und Sehnsüchte.

Jeden Mittwoch trifft sich eine kleine Gruppe in einer Altbauwohnung, um sich sprachlich auszuleben. Unter der Leitung von Otto (Otto Solomon Gortamashvili) sitzen sie beisammen und jonglieren mit Wörtern. Als ein Neuer (Kakhi Mrelashvili) an der Tür klingelt, wird er sofort in die Gruppe aufgenommen.

Die Regisseurin Ani Mrelashvili, die bisher mit ihrer Dokumentation „1 Kilo – 3 Euro“ aufgefallen ist, erzählt hier eine Geschichte von Menschen, ihren Ambitionen und dem Miteinander. Inspiriert von eigenen Erfahrungen in einem Schreibworkshop und von der Wohnungssituation in Berlin, wo sie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF Regie studiert, schuf sie eine zehnminütige Geschichte, die zuerst dem ruhigen, teils in sich gekehrten Miteinander der Protagonist:innen, die sich dort in einem privaten Rahmen abgeschirmt von der Realität treffen, folgt und dann mit einer wunderschönen, berührenden Pointe aufwarten kann. Sehr gut und realitätsnah inszeniert, spielen die Darsteller:innen ihre Rollen gut und überzeugen mit einem Spiel mit Authentizitätsanspruch und auch mit Freude an ein wenig Übertreibung. So kann man gespannt sein, welchen filmischen Weg die Regisseurin Mrelashvili – ob nun fiktional oder dokumentarisch – einschlagen wird. 

Fazit: „Trains passing“ ist ein Kurzfilm von Ani Mrelashvili, der eine einfühlsame Geschichte, bei der Worte – vor allem die richtigen zu finden – eine große Rolle spielen. 

Bewertung: 7/10

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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