„Towards the Sun, Far from the center“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Chile / Dokumentation / 2024

Filmkritik: Der chilenische Kurzfilm „Towards the Sun, Far from the center“ (OT: „Al sol, lejos del centro“) von Luciana Merino und Pascal Viveros, der im Programm ‚Berlinale Shorts‘ der 74. Berlinale 2024 lief und für den Teddy-Award nominiert war, ist ein scheinbarer Onetake, der einen Blick auf die Hauptstadt des Landes wirft.

In Santiago de Chile ist Sommer und eine flirrende Hitze liegt über der Stadt. Die Menschen verlassen ihre Häuser, begegnen und lieben sich.

Die beiden Filmemacher:innen erzählen von ihrem Land, der Gesellschaft und den Veränderungen in dieser großen Stadt. Sie blicken auf die Dächer der Stadt herunter. Dafür haben sie eine große Aufnahme in hoher Auflösung aufgenommen und bewegen sich mit ihrer Kamera durch diese Bilder mit nur wenigen verdeckten Schnitten. Immer wieder zeigen sie Details und am Ende sehen wir zwei Liebende, die sich einen abgelegenen Ort heraussuchen. Auch wenn man der Kamera hier und da mal einen Fokus gibt, obliegt es dem Publikum zu schauen, welche Begebenheit man selbst mit den Augen verfolgt. Was kann man entdecken? Der Eindruck von Santiago ist so vielfältig und lebendig, dass man beinahe selbst das Gefühl hat, die Stadt zu kennen. So gelang den beiden Regisseur:innen, die in ihrem Film komplett auf Dialoge verzichten, ein ungewöhnlicher und poetischer Blick auf ihre Heimat.

Fazit: „Towards the Sun, Far from the Center“ ist eine Kurzfilm von Luciana Merino und Pascal Viveros, der Santiago de Chile mit seinen Bewohner:innen und eine kleine Liebesgeschichte aus einer ungewöhnlichen Perspektive einfangen. Dabei zeigen sie die Sommerhitze, die Lebendigkeit der Stadt und das Miteinander, ohne dafür Worte zu benötigen.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Towards the Sun, Far from the center“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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