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Interview: Im Gespräch mit der deutschen Künstlerin und Filmemacherin Mariola Brilowska konnten wir mehr über ihren Kurzfilm „Blusenfax“ erfahren, der im ‚Nationalen Wettbewerb‘ des 36. Filmfest Dresden 2024 lief, von der dazugehörigen Radiosendung, dem gefundenen Animationsstil und ob es noch mehr davon geben wird.
Der Kurzfilm entstand aus einer Hörspielserie, richtig? Wie ist diese Radiosendung entstanden?
Der Soundtrack für den Film ist eine Episode für meine Kurzhörspielserie „Radio Tele Funke“, die ich seit 2023 für Deutschlandfunk Kultur produziere. Bisher sind über 40 Folgen entstanden. Gerade nehme ich auf und montiere weitere 12 bis 15 Folgen bzw. die 4. Staffel. Alle Folgen für die Kurzhörspielserie, auch „Blusenfax“ improvisiere ich im Tonstudio und außerhalb mit Günter Reznicek, Felix Kubin, Gloria Brillowska, Bela Brillowska. Anschließend montiere ich und vertone ich die Audiostücke. Allerdings ist „Blusenfax“ eine der nicht gesendeten Folgen, weil sie der Redaktion zu abgedreht oder unverständlich unzumutbar für das Radiopublikum schien.
Warum habt ihr euch dafür entschieden, aus einer der Folgen einen Kurzfilm zu machen?
Ich möchte aus der Audioserie eine Trickfilmserie machen. Die Episode „Blusenfax“ ist eine Art Pilotfilm.
Habt ihr den Ton eins zu eins übernommen? Günter Reznicek und Du sprechen die Rollen – was war euch dabei wichtig?
Ich bereite das Thema und die Begriffe vor und aus einem Material von ca. 20 Minuten montiere ich anschließend eine Story von 3 bis 4 Minuten, die ich danach vertone, das heißt, dazu kommen Geräusche und Atmos.
Wie sind die Bilder dazu entstanden?
Die Zeichnungen für „Blusenfax“ habe ich mit Bleistift auf Papier skizziert. Anschließend animierte ich diese im Computer mit dem Trickfilmprogramm „Toonboom“ und postproduzierte die einzelnen Szenen mit dem Filmprogramm „Adobe Premiere“. Mir ist wichtig, ohne Effekte eine Geschichte zu erzählen. Gleichzeitig muss was im Bild passieren.
Kannst Du mir noch ein bisschen von Dir erzählen?
Ich mache Trickfilme seit fast 40 Jahren. Gleichzeitig bin ich Performerin, bildende Künstlerin, Autorin und Hörspielmacherin. Bis 2013 hatte ich einen Lehrstuhl als Kunstprofessorin inne. Ich switche ständig zwischen den Disziplinen, um mich, meine Kunst, meine Töchter zu finanzieren. Dank der Flexibilität und Unabhängigkeit gelingt es mir, unkommerziell und dennoch frei Kunst zu erschaffen, die mich beruflich, persönlich und mental erfüllt.
Sind bereits neue Projekte geplant?
Im Moment liegt der Hamburger Filmförderung mein Antrag auf Produktion eines 20 bis 30 minütigen Kurzfilms vor, der auf Basis der 3. Staffel von „Radio Tele Funke auf dem Mond“ entstehen soll. Im Juni mache ich in Hamburg eine Europawahlen Performance und eine Einzelausstellung im Kunstverein (BWA) in Bielsko-Biala, Polen. Parallel produziere ich Radiofeature und Hörspiele, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Demnächst fange ich auch endlich an, meinen 2. Roman zu schreiben, mit dem ich seit der Erscheinung meines Debüts „Hausverbot“ im Jahr 2013 schwanger gehe.
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Blusenfax“