Acht Fragen an Leonard Carow

Doreen Kaltenecker
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Andreia Guedes

Interview: Im Gespräch mit dem deutschen Regisseur Leonard Carow konnten wir mehr über seinen Kurzfilm „Hex Papa, Hex!“ erfahren, der im Kinderprogramm des 36. Filmfest Dresden 2024 lief,  wie er sich den Film ganz ohne Effekte in einem realistischen Setting erdacht hat, wie er seine Hauptdarstellerin fand und ob es Pläne für einen Langfilm davon gibt.

Wie ist die Idee zu Deinem Kurzfilm entstanden?

Nachdem ich mein erstes Langfilm-Drehbuch geschrieben habe, dass sich viel mit meiner eigenen Psyche auseinandergesetzt hat, hatte ich Lust auf einen leichteren Stoff. Die Idee, dass ein Papa zur Hexe wird, fand ich so absurd, dass ich daraus auf jeden Fall eine Geschichte schreiben wollte.

Der Film spricht ja auch vor allem Kinder an, aber nicht mit großen Effekten, sondern mit seiner warmherzigen Geschichte. Besonders mochte ich den Umgang mit dem Thema Tod, der auch für junge Menschen hilfreich sein kann. Wie hast Du es geschafft, dass dies trotzdem gut für Kinder geeignet ist?

Wir haben tatsächlich ganz bewusst auf die großen Effekte verzichtet. Da Kinder auch Erfahrungen wie die Scheidung der Eltern oder den Tod der Großeltern miterleben müssen, war es mir wichtig diese Themen ernst zu nehmen. Wenn ich mir dann nicht sicher war, ob einzelne Momente verständlich sind, habe ich direkt Freda unserer Hauptdarstellerin gefragt.

In welchem Rahmen und über welche Zeit ist euer Film entstanden?

Samuel Ramm

Simon Steinhorst und Freda Wilhelm

Wir haben den Film im Sommer 2022 gedreht. Wir hatten insgesamt 10 Drehtage in Köln. 

Was lag euch visuell am Herzen?

Vor dem Dreh habe ich dem Team gesagt: Wir machen einen Kinderfilm, aber es soll hässlich sein. Das hat vor allem Samuel (Kamera), Maythe (Szenenbild) und mir geholfen auf dem richtigen Weg zu bleiben. 

Am Ende ist eine sehr schöner Film entstanden, eben weil er eine ganz natürliche, teilweise schroffe Seite vom Leben zeigt. 

Ich finde den Cast ganz großartig. Wie habt ihr eure Hauptdarsteller:innen gefunden? 

Freda ist die Nichte einer Freundin von mir. Ich mag ihre freche und pragmatische Art sehr gerne. Als sie dann von sich aus gesagt hat, dass sie gerne Schauspielen würde, habe ich sie direkt für das Projekt vorgeschlagen. 

Simon wurde von unserer Produzentin Mascha Albl in einem Kurzfilm gesehen. Wir waren sofort begeistert. Als sich Freda und Simon dann zum ersten Mal getroffen haben, war mir klar, dass der Film funktionieren wird. 

Hättet ihr noch mehr Stoff für einen längeren Film gehabt?

Samuel Ramm

Simon Steinhorst und Freda Wilhelm

Ursprünglich habe ich „Hex Papa, Hex!“ als Langfilm konzipiert. Es war eine große Herausforderung, den Stoff auf 20 Minuten zu komprimieren. Ich bin sehr stolz auf das Ergebnis, aber wir könnten durchaus auch noch mehr erzählen.

Kannst Du mir noch ein bisschen von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?

Ich habe mit acht Jahren angefangen zu schauspielern. Meine ältere Schwester Isabel Bongard hat damals damit angefangen und ich wollte das natürlich auch ausprobieren. Über die Jahre habe ich dann eigene Ideen entwickelt, Musikvideos gedreht und Songs geschrieben. Ich liebe Projekte wie „Hex Papa, Hex!“, wo ich all das einfließen lassen kann. 

Sind bereits neue Projekte geplant?

Momentan zeigen wir den Kurzfilm fleißig auf Festivals. Gerne würden wir ihn natürlich auch online in einer Mediathek anbieten können, damit jeder, der Interesse hat, den Film auch anschauen kann. Und wer weiß, vielleicht kriegen wir ja noch die Gelegenheit die Geschichte weiterzuspinnen. Wir hätten auf jeden Fall Lust!

Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Hex Papa, Hex!

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