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Filmkritik: Der Eröffnungsfilm des 67. DOK Leipzig 2024 war die Dokumentation „Tracing Light“ (OT: „Tracing Light“, Deutschland, UK, 2024) des erfahrenen Regisseurs Thomas Riedelsheimer, der nachdem er bereits Sound („Touch the Sound: A Sound Journey with Evelyn Glennie“ (2004)) und Wind („Breathing Earth: Susumu Shingus Traum“ (2012)) erkundet hat, beschäftigt sich hier mit dem Thema Licht auf zweierlei Weise.
Riedelsheimer begibt sich auf eine Spurensuche nach dem Licht, nachdem er am frühen Morgen das Lichtspiel in seinem Haus fasziniert beobachtet hat. Er nähert sich dem Thema von zwei Seiten an: Zum einen begleitet er die schottische Künstlerin Julie Brook und die beiden Künstler-Duos ‚Semiconductor‘ sowie Johannes Brunner und Raimund Ritz, zeigt ihre Arbeit und welche Rolle Licht darin spielt. Denn nicht nur in der Filmbranche ist Licht ein elementarer Bestandteil, sondern auch in diversen Kunstausprägungen von Bildhauerei bis Performancekunst. Riedelsheimer bringt aber noch eine zweite Seite des Lichts ins Spiel und arrangiert Treffen der beiden Duos mit Wissenschaftler:innen, die sich mit Licht in diversen Ausprägungen beschäftigen: Da wären zum einen die Physiker:innen am Max-Planck-Institut in Erlangen und die Wissenschaftler:innen der „Extreme Light Group“ an der Universität Glasgow.
Kunst und Wissenschaft treffen so aufeinander und die Künstler:innen stellen all die Fragen, die man sich als Laie bei der Beschäftigung mit Licht stellt. Diesen Gesprächen wohnen Riedelsheimer und das Publikum bei und erfahren dabei selber leider reichlich wenig. Man merkt dem Film an, dass er sich für die wissenschaftliche Seite seines Themas, auch wenn er die Wissenschaftler:innen und Forscher:innen zu Wort kommen lässt, wenig interessiert. Der Film ist kein Wissensgewinn und so wirken auch die Künstler:innen selbst am Ende nicht schlauer, auch wenn sie faszinierende Werke hervorgebracht haben. Reizvoll sind die Zwischensequenzen, in denen das Licht selbst zum Akteur wird. Auch das ausgiebige Betrachten der Kunstwerke hat etwas für sich. Doch leider ist dies einfach zu dünn, um einen Film von 99 Minuten Länge zu tragen. Vielleicht hätte es sogar geholfen, den wissenschaftlichen Aspekt ganz zu kappen und einfach der faszinierenden Lichtwirkung mit mehr Künstler:innen auf den Grund zu gehen.
Fazit: „Tracing Light“ ist der neueste Film des versierten Dokumentarfilmers Thomas Riedelsheimer, der sich dem Thema Licht von einer künstlerischen und einer wissenschaftlichen Seite nähert. Leider ist der zweite Aspekt zu kurz gekommen und so geht es vor allem eine Kunstbetrachtung, doch auch wenn in das Thema viel reininterpretiert werden kann (auch für die heutige Zeit) bringt es der Film eigentlich nicht mit sich und das führt zu einem sich ausbreitenden Gefühl der Langeweile.
Bewertung: 5,5/10
Kinostart: 16. Januar 2025
Trailer zum Film „Tracing Light“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 67. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2024 – Katalog (Programm ‚Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm‘)
- Silvia Hallensleben, ‚Kritik zu Tracing Light – Die Magie des Lichts‘, epd-film.de, 2024
- Eintrag des Films „Tracing Light“ bei Pfiffl Medien
- Eintrag des Films „Tracing Light“ beim Produzenten Filmpunkt