„Lines“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Deutschland / Animation / 2024

Filmkritik: Der Animationsfilm „Lines“, der auf dem 67. DOK Leipzig 2024 lief, ist ein knackig kurzer Film, der den Kampf zweier Farben schildert, womit der Filmemacher Martin Schmidt von einer persönlichen Erfahrung berichtet.

Die Farben Rot und Dunkelblau treffen aufeinander. Beide beanspruchen ihren Raum und wollen darüber hinaus immer mehr Platz haben, welche die andere Farbe bereits einnimmt.

Der deutsche Filmemacher und Animationskünstler Martin Schmidt verarbeitet in seinem dreiminütigen Animationsfilm die eigenen Erfahrungen mit einem Burnout. Dabei schildert er mit den beiden farblichen Kräften die Verzweiflung und die Wut in seinem Kopf, die eine Zeit lang sein Denken und Leben bestimmt haben. Natürlich kann man den Kampf dieser Linien gegeneinander auf verschiedene Arten interpretieren und je nachdem wie man sich als Zuschauer:in gerade emotional fühlt oder mit welchen Themen man sich beschäftigt, hinterlässt der Film möglicherweise eine andere Wirkung. Während Schmidts eigene Intention sich streitende Gefühle sind, kann man auch politische Spannungen und gesellschaftliche Konflikte in den Bildern wiedererkennen. Die 2D-Animationen hat er digital erschaffen. Faszinierend ist das Gefühl von Lebendigkeit, die er durch die Bewegungen und den starken Sound, wofür er u.a. Atmen-Geräusche verwendete, erzeugt wurde. So sieht man hier einen Kurzfilm, der auf den ersten Blick eine geometrische Spielerei bietet, doch die Bilder binden das Publikum sofort emotional ein, egal auf welche Weise man das Gesehene interpretiert.

Fazit: Der abstrakte Kurzfilm „Lines“ von Martin Schmidt erzählt anhand zweier konkurrierender Farben und einem starken Sounddesign von der persönlichen Erfahrung mit einem Burnout. Die Bilder erzeugen schnell eine Sogwirkung, so dass die Zuschauer:innen direkt emotional involviert werden.

Bewertung: 8/10

Den Kurzfilm „Lines“ hier anschauen:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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