Fünf Fragen an Michael Frei

Doreen Kaltenecker
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Interview: Im Gespräch mit dem schweizer Filmemacher und Game Designer Michael Frei konnten wir mehr über seinen kurzen Kurzfilm „Long Distance“, der im Programm ‚EJECT XXVII – die lange Nacht des abwegigen Films‘ des 40. interfilm Festival Berlin 2024 zu sehen war, erfahren, wie der Film zu dem kommenden Spiel gehört und wie die Optik für den Film entstand.

Eine kurze Geschichte einer Fliege – wie entstand die Idee?

Die Idee begann mit dem Bild einer Fliege, die für eine Reise einen Linienflug nimmt. Anschließend stellte ich mir die Frage, wohin eine Fliege wohl reisen würde. Da ich selbst oft reise, um Freunde zu besuchen, dachte ich mir: Warum erzähle ich nicht einfach eine Geschichte darüber?

Ist es ein Vorgeschmack auf das Spiel, das nächstes Jahr veröffentlicht wird?

Ja, das kann man so sehen! Im Computerspiel „Time Flies“ ist man eine Fliege, die versucht, möglichst viele Lebensziele zu erreichen, bevor sie stirbt. Einer der Orte, die man erkunden kann, ist eine Kunstgalerie. Dort ist dieser Film multimedial ausgestellt. Genau genommen habe ich den Film also für das Spiel gemacht. Dass er jetzt auch in Kinos läuft, ist ein wenig ein Unfall.

Erzähl mir bitte mehr zum Stil und Machart des Animationsfilms.

Die Herausforderung bestand darin, eine kurze Geschichte in einer Auflösung von nur 200 x 120 Pixeln zu erzählen. Die Fliege entspricht dabei manchmal nur einem einzelnen Pixel. Ich habe die Pixel digital in Schwarz-Weiss gezeichnet und animiert. Nachdem ich eine erste Version eines Kollegen gezeigt hatte, schlug er vor, den Film von einem Bildschirm abzufotografieren, um die einzelnen Bildpunkte sichtbar zu machen. Mit dieser Version habe ich mich schließlich getraut, den Film bei Filmfestivals einzureichen.

Was lag Dir beim Sounddesign am Herzen?

Mir war es wichtig, dass der Sound die Materialität und den Raum naturalistisch beschreibt, während das Bild auf Details verzichtet. Ich finde, diese Kombination ist sowohl effektiv als auch effizient – und das gefällt mir.

Sind noch andere Projekte in der Pipeline?

Ich arbeite seit etwa vier Jahren am Computerspiel „Time Flies“, das 2025 endlich veröffentlicht wird. Danach brauche ich dann erstmal eine Pause.

Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Long Distance

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