„Taschengeld“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Österreich / Fiktion / 2025

Filmkritik: Der österreichische Kurzfilm „Taschengeld“ von Matteo Sanders, der auf dem 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 seine Weltpremiere feierte, erzählt von der moralischen Misere eines Busfahrers und hält damit dem Publikum einen Spiegel vor: Was würde man selbst tun?

Nach seiner Schicht entdeckt Busfahrer Stefan (Stefan Rager) eine Tasche mit 32.000 Euro. Nachdem er seine Dienststelle nicht erreicht hat, macht er sich auf den Weg, um das Geld bei der Polizei abzugeben. Doch auch auf dem dahin Weg wird er mit kleineren Hürden konfrontiert und fragt sich irgendwann, ob er das Geld wirklich abgeben sollte.

Der 16-minütige Kurzfilm erzählt von einem moralischen Dilemma, dem sich bestimmt schon viele Menschen gegenüber gesehen haben. Behält man einen Geldfund? Gerade wenn es unwahrscheinlich ist, dass eine Zuordnung klappt. Bei welcher Summe wäre das entschuldbar oder muss man bereits kleinere Mengen abgeben? Mit diesen Gedanken im Hinterkopf folgen wir Stefan nach seinem Schichtende. Welche Möglichkeiten gibt es für eine ordentliche Abgabe und spricht etwas dagegen, einen Teil oder alles für sich zu behalten? Nach einem gemeinsamen Drehbuch mit Vanessa Swoboda realisierte Regisseur Matteo Sanders die Geschichte sehr authentisch. Die Kamera bleibt dabei immer auf Distanz. Es geht hier nicht um eine Identifizierung mit der Hauptfigur, sondern um eine Außenbetrachtung dieses moralischen Dilemmas. Das Einkaufszentrum ist als Spielort perfekt gewählt. Natürlich lebt der Film vor allem auch vom natürlichen Spiel seines Hauptdarstellers Stefan Rager. 

Fazit: „Taschengeld“ ist ein Kurzfilm von Matteo Sanders, der sich mit einem bekannten moralischen Dilemma beschäftigt. Dabei schmiegen sich das Schauspiel, die Location und die Inszenierung dem authentischen Anspruch an und so entstand ein sehenswerter Kurzfilm.

Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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