„Stone of Destiny“ (2025)

Doreen Kaltenecker
Letzte Artikel von Doreen Kaltenecker (Alle anzeigen)

Kurzfilm / Tschechien / Animation / 2025

Filmkritik: Der tschechische Kurzfilm „Stone of Destiny“ (OT: „Kámen Osudu“) von Julie Černá, der seine Weltpremiere im Rahmen des ‚Berlinale Shorts‘-Programm auf der 75. Berlinale 2025 feierte, ist ein animiertes Musical über alltägliche Wünsche und Sorgen untermalt mit surrealen Animationen. 

Der Stein macht sich auf den Weg. Er verspürt einen großen Drang nach Freiheit und etwas Neuem. Als er eine Villa am Meer findet, lässt er sich dort nieder und fängt an, sich mit seinen Wünschen und Ängsten auseinanderzusetzen.

Die tschechische Künstlerin, Autorin und auch Filmemacherin Julie Černá verfilmt mit ihrem 11-minütigen Kurzfilm eine eigene Comic-Trilogie. Diese leicht autobiographische Geschichte handelt von dem titelgebenden Stein, der sich, wie alle Menschen, mit den eigenen Ängsten und Träumen beschäftigen muss. So ist der Stein zwar das Alter Ego der Regisseurin, aber sein Begehren lässt sich mühelos auf alle übertragen. So kann man sich mühelos mit dem Stein identifizieren und die Geschichte trotz vieler surrealer Elemente auf das eigene Leben übertragen. Seinen Reiz gewinnt der Film aber nicht nur durch die mögliche Identifizierung, sondern auch durch seine verspielte Bildsprache, die an große surrealistische Vorbilder à la David Lynch erinnert und die verschiedene Elemente wunderbar vieldeutig einsetzt. Die Animationen sind ansprechend, bunt und flächig. Oft sehr reduziert, aber dann wieder, wie das Pferd, sehr lebensecht gezeichnet. Diese Mischung funktioniert sehr gut und geht zusammen mit dem achtminütigen Song, der den Ausgang für das Projekt stellte, eine tolle Mixtur ein und macht aus dem Kurzfilm ein gelungenes Kurz-Musical. Die Texte stammen von der Regisseurin Černá selbst und der Song wurde komponiert und vertont von Johuš Matuš, die sonst tschechischen Pop produziert. 

Fazit: „Stone of Destiny“ von Julie Černá ist ein kurzes Animations-Musical, das eine eigene Comicvorlage auf die Leinwände bringt. Dabei steht ein Song im Zentrum der Geschichte und wird zusammen mit surrealen und ansprechenden Bildern zu einer gelungenen Geschichte über die Sinnsuche eines Steines.

Bewertung: 8,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Stone of Destiny“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

Kommentar verfassen