- Neun Fragen an Kilian Helmbrecht - 10. April 2026
- „Im Licht der Sandbank“ (2026) - 10. April 2026
- Sieben Fragen an Julius Weigel - 9. April 2026
Filmkritik: Der einstündige Dokumentarfilm „Mutantin“ von Sonja Ortiz und Amor Schumacher, der im Rahmen des 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 seine Weltpremiere feierte, erzählt eine sehr persönliche Geschichte und lässt dabei das Publikum sehr nah heran.
Die Berliner Schauspielerin Amor Schumacher hat erfahren, dass sie eine Genmutation besitzt, die bei ihr das Risiko auf Brustkrebs erhöht. Sie beschließt, sich präventiv beide Brüste amputieren zu lassen und muss sich in diesem Zuge auch mit ihrem Kinderwunsch auseinandersetzen, den die Single-Frau ebenfalls hegt. An ihrer Seite ist ihre Freundin Sonja, die Amor von der Diagnose bis zur Operation begleitet.
Die beiden Filmemacher:innen Amor Schumacher und Sonja Ortiz haben sofort nach der Diagnose beschlossen, den Film bis zur Operation filmisch zu begleiten. Da dies in der Corona-Pandemie-Zeit passierte, musste sie auf Smartphones zurückgreifen, da größere filmische Projekte in Kliniken zu dieser Zeit nicht erlaubt wurden. So war
das Drehen mit dem Smartphone zwar ein Segen, da es diese Produktion überhaupt erst zuließ, schränkte sie visuell aber auch etwas ein. Doch sie holten das Beste heraus und schufen eine auch visuell ansprechende und vor allem nahbare Dokumentation. Die Zuschauer:innen sind so bei vielen Schritten ihrer Tour de Force dabei. Gerade was den Kinderwunsch betrifft, schaffen sie es, perfekt einzufangen, welche Hürden, Kosten und auch Ängste damit einhergehen. Trotz der gesamten Schwere der Themen verliert der Film aber nie seine Leichtigkeit. So begleiten wir Amor auch dabei, wie sich selbst ein Abschiedsgeschenk von ihren Brüsten macht und vieles auch mit Humor angeht. Die leicht surrealen Zwischensequenzen, welche sie sich ersonnen haben, lockern ebenfalls die Geschichte auf und bieten Verschnaufpausen in der Schwere und Fülle der Themen.
Fazit: Die Dokumentation „Mutantin“ von Amor Schumacher und Sonja Ortiz begleitet Amor bei ihrer Entscheidung zu einer Brustamputation. Mit viel Sympathie, Humor und einem unverstellten Blick auf die Themen präventive Operationen und Kinderwunsch wird das Publikum von den beiden Filmemacher:innen auf diese turbulente Tour de Force mitgenommen.
Bewertung: 8,5/10
Kinostart: unbekannt
Trailer zum Film „Mutantin“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 – Katalog (Programm ‚SaarLorLux‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Acht Fragen an Sonja Ortiz, Amor Schumacher‘, testkammer.com, 2025
- Crowdfunding-Seite des Films „Mutantin“
- Website der Regisseurin Sonja Ortiz
- Thorsten Becker, ‚Interview Sonja Ortiz und Amor Schumacher beim Filmfestival Max Ophüls Preis!‘, youtube.com, 2025