„Zoé“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Kanada / Fiktion / 2024

Filmkritik: Der kanadische Kurzfilm „Zoé“ von Rémi St-Michel, der auf dem 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 den Deadline Award für den Besten Film im ‚Shock Block‘ gewinnen konnte, erzählt eine kurze Zombie-Geschichte aus der Perspektive der Untoten. 

Zoé (Nisha Coleman) klammert sich an die Reste ihrer Erinnerung. Das Eingesperrtsein in diesem Motelzimmer fühlt sich falsch an, doch wie kann sie sich befreien?

Der kanadische Regisseur und Drehbuchautor Rémi St-Michel erzählt in seinem 16-minütigen Kurzfilm von der Zombie-Apokalypse aus einem anderen Blickwinkel. Dabei wird der Zombie nicht im gleichen Maß wie in „Warm Bodies“ (2013) zu einem durch und durch denkenden und fühlenden Menschen, sondern ist nur noch ein schwacher Abdruck ihres früheren Selbst. Das Publikum sieht und nimmt die Welt zusammen mit Zoé wahr. Mit wenigen Rückblenden fängt St-Michel die Tragik ihrer Geschichte ein. Der überlebende Mensch ist dabei kein Opfer, sondern Täter. Diese Erkenntnis und die komplett aus ihrer Sicht erzählte Optik macht den Film eindringlich und stark. Mit einer dichten, kammerspielartigen Inszenierung schafft es St-Michel, die Stimmung perfekt zu übertragen und kann sich auch auf die überzeugende Darstellung von der Schauspielerin Nisha Coleman und den gut gemachten Zombielook verlassen.

Fazit: „Zoé“ ist ein Kurzfilm von Rémi St-Michel, der darin von einer Zombie-Apokalypse aus der Sicht eines gefangen gehaltenen Zombies erzählt. Mit diesem zusammen nehmen wir die Welt mit dessen Sinneseindrücken wahr. Stark inszeniert und erzählt zieht der Kurzfilm einen in seinen Bann.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Zoé“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

  • 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 – Katalog (Programm ‚Shock Block‘)
  • Doreen Kaltenecker, ‚Acht Fragen an Rémi St-Michel‘, testkammer.com, 2025
  • Eintrag des Kurzfilms „Zoé“ bei Travelling Distribution
  • Wikipedia-Artikel über den Regisseur Rémi St-Michel

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