„Yuck!“ (2024)

Doreen Kaltenecker
Letzte Artikel von Doreen Kaltenecker (Alle anzeigen)

Kurzfilm / Frankreich / Animation / 2024

Filmkritik: Der französische Kurzfilm „Yuck!“ (OT: „Beurk!“) von Loïc Espuche war bei der 97. Oscarverleihung 2025 eine der sehr gut ausgewählten Nominierungen für den ‚Besten animierten Kurzfilm‘ neben Filmen wie „Wander to Wonder“ von Nina Gantz und „Beautiful Men“ von Nicolas Keppens

In den Sommerferien auf dem Zeltplatz hat sich eine Gruppe Kinder u.a. Leo und Lucie zusammengefunden, die sich einen großen Spaß daraus machen, Pärchen zu finden, die knutschen. Das ist für die Kinder gleichermaßen abstoßend wie faszinierend. Die Erwachsenen bekommen dann immer so rote Lippen und das ist so eklig. Da sind sie sich alle einig. Oder doch nicht? Manchmal leuchtet nämlich auch Leos Mund auf. 

Der 13-minütige Kurzfilm erzählt mit einer kleinen Episode von Erlebnissen, die man als Kind vermutlich selbst gemacht hat. An der Schwelle zum Jugendlichsein stehen diese Kinder, die bisher alles um die Liebe und das Küssen abstoßend finden, aber lange wird das vermutlich nicht mehr so bleiben. Der Regisseur Loïc Espuche, der auch das Drehbuch geschrieben hat, entwickelte die Idee, nach einem Testscreening eines anderen Films, bei dem ein Raum voller Kinder Igitt rief, als ein Kuss zu sehen war. Von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung hat er fünfeinhalb Jahre für das Projekt benötigt. 

Umgesetzt hat er den Kurzfilm in stimmigen 2D-Zeichnungen. Dabei legt er Wert auf eine starke Vollton-Farbigkeit und konnte auf diese Weise auch den starken Kontrast zu den glitzernden Lippen herausarbeiten. Die Figuren sind knubbelig gezeichnet und besitzen trotzdem genug Charisma, dass man ihnen nah sein kann. Entstanden ist im Gesamten ein Kurzfilm, der nicht nur Kindern aus dem Herzen spricht, sondern auch die Erwachsenen mit einem Gefühl an vergangene Tage genauso abholt wie mit einer Geschichte, die einfach fröhlich macht.

Fazit: „Yuck!“ ist ein Kurzfilm, der eine kurze Episode von Kindern auf einem Zeltplatz erzählt und die zugleich abgestoßen und angezogen vom Küssen der Erwachsenen sind. Mit stimmigen Animationen und einem gelungenen Gefühl für diese Zeit im Leben Heranwachsender schuf der Regisseur und Animationskünstler Loïc Espuche einen ansprechenden Kurzfilm für Jung und Alt.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Yuck!“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

Kommentar verfassen