„Devs“ (Miniserie, 2020)

Doreen Kaltenecker
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Serienkritik: Alex Garland hat als Autor und Regisseur schon immer ein Faible für die Themen Technik und Natur und wie diese nebeneinander existieren und sich gegenseitig bedingen. Beste Beispiele sind seine Film „Ex Machina“ (2015) und „Auslöschung“ (2018). Seine achtteilige Miniserie „Devs“, die 2020 erschienen ist und auf Disney Plus gestreamt werden kann, beschäftigt sich mit technologischen Fortschritt genauso wie mit der menschlichen Natur.

Der große High-Tech-Konzern Amaya des Unternehmer Forest (Nick Offerman) ist die Adresse in San Francisco, wenn man als Entwickler ein gutes Leben führen will. Hier sind sich auch Sergei (Karl Glusman) und Lily (Sonoya Mizuno) begegnet, die mittlerweile als Paar auch zusammenleben. Als Sergej die Möglichkeit erhält, in der geheimnisumwobenen Abteilung Devs zu arbeiten, nimmt er das Angebot an und stößt am ersten Arbeitstag gleich auf etwas Unglaubliches, was er beschließt, als Information weiterzugeben. Das kostet ihn das Leben. Seine Freundin Lily erkennt schnell, dass sein Tod kein Selbstmord war und forscht nach. Dafür sucht sie sich Hilfe bei ihrem Ex-Freund Jamie (Jin Ha). Forest und sein Entwicklerteam rund um Katie (Alison Pill) beginnen sich immer mehr Sorgen um die Sicherheit der Abteilung, die im Geheimen arbeitet, zu machen. 

Karl Glusman

Der britische Regisseur Alex Garland, der zunächst als Autor und Drehbuchautor begonnen hat, startete 2015 seine Regie-Karriere. Hier setzt er sein Talent des Geschichtenerzählens in eine achtteilige Miniserie um. Alle Folgen stammen aus seiner Feder und er hat auch die Regie übernommen. Er kreiert mit seiner Serie eine schön aussehende, saubere Tech-Zukunft und konzentriert sich dabei auf eine Firma, die kurz vor einem unsagbaren Durchbruch steht. Diesen zukünftigen Ideen und auch der Entwicklung des Programms (Devs steht im Allgemeinen für Programmierer) gibt die Serie viel Raum. Zusammen mit den Mitarbeiter:innen tauchen wir in diese Welt ein und erkennen die Schönheit und die Gefahren dieser hier erfundenen Technologie. Doch neben dieser Geschichte ist „Devs“ vor allem ein beinah klassischer Krimi. Wie bei „Der Strand“ – seinem Debütroman aus dem Jahre 1996 – schafft er es hier, eine idyllische und schöne Welt mit dem menschlichen Grauen zu verbinden. Mord, Bedrohung und Intrigen sind die andere Seite dieser Welt. Auch hier stellt er das Einzelschicksal dem großen Ganzen und dem Wohl der Gemeinschaft gegenüber. So ist „Devs“ auch keine actiongeladene oder temporeiche Geschichte, sondern beschäftigt sich vor allem mit moralischen Fragen, mit denen man sich nach der Sichtung beschäftigt. 

Nick Offerman

Auch auf visueller Ebene findet die Serie einen einnehmenden Look. Der Unternehmenssitz wird von einer riesigen Statue der verstorbenen Tochter des Bosses geziert. Im dazugehörigen Wald leuchten die Bäume und das Büro der Entwickler ist ein goldglänzender abgeschirmter Kubus, der sehr nach Science-Fiction aussieht. Im Gegensatz zu dieser sauberen, durchgestylten Unternehmenswelt steht die Realität, die sich vor allem in der Wohnung von Lily widerspiegelt, und so wird ein starker Kontrast zu dem Normalen aufgebaut. Hinzu kommt ein starker Sound und ein Score, der Unheil verkündet, ohne dabei aber dramatisch zu werden. Nicht zu vergessen ist die grandiose Besetzung mit Nick Offerman, Alison Pill, Sonoya Mizuno, Karl Glusman, Stephen McKinley Henderson und Cailee Spaeny. Schön, dass man hier Schauspieler:innen besetzt hat, die oft eher in Nebenrollen zu sehen sind oder erst danach, wie Spaeny mit „Priscilla“ (2023) und „Alien: Romulus“ (2024) ihre Karriere richtig gestartet haben. „Devs“ ist eine gelungene Erweiterung des bereits vorhandenen filmischen Garland-Kosmos, die man als Fan, aber auch als Sci-Fi-Interessierte:r auf jeden Fall gesehen haben sollte.

Sonoya Mizuno

Fazit: „Devs“ ist eine Serie aus der Hand und Feder von Alex Garland. Sie erzählt eine Geschichte aus der nahen Zukunft kombiniert mit Krimi-Elementen und findet dafür eine ganz eigene Erzählart und Filmsprache. Die acht Folgen folgen dabei einem stimmigen, einheitlichen Konzept und sind spannend, regen zum Nachdenken an und vervollständigen das Œuvre von Alex Garland ein Stück weiter. 

Bewertung: 4/5

Trailer zur Staffel Miniserie der Serie „Devs“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Streaming auf: Disney Plus

Quellen:

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