„Monster Summer“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der amerikanische Spielfilm „Monster Summer“ (OT: „Monster Summer“, USA, 2024) von David Henrie ist ein klassische Coming-of-Age-Geschichte einer Gruppe Jugendlicher, die mit einem Monster in ihrer Kleinstadt konfrontiert werden. Damit wendet sich der Spielfilm einem Genre zu, das Ende des letzten Jahrhunderts populär war und bereits schon von anderen Filmen und Serien wie u.a. „Strangers Things“ (seit 2016) aufgegriffen wurde.

Noah (Mason Thames) und seine Freunde freuen sich auf einen unbeschwerten Sommer auf der Insel Martha’s Vineyard in Neuengland, auf der sie schon immer leben. Zwar gibt es dort wenig Neues oder Aufregendes außer den Mythos über einen alten Mann, der angeblich seine Frau umgebracht haben soll. Doch als einer von ihnen, Ben (Noah Cottrell), nach einer Nacht am Meer nicht mehr derselbe ist und nur noch sein Dasein fristet, beschließt Noah dem auf den Grund zu gehen und erhält überraschenderweise die Hilfe des ehemaligen Polizisten Gene Carruthers (Mel Gibson), den die Kids vorher nur als gefährlichen Nachbarn angesehen haben. 

Mason Thames

Filme wie die „Die Goonies“ (1985), „Little Monsters“ (1989), „Stephen Kings Es“ (1990) und die Serie „Eerie Indiana“ (1991-1992) bedienen sich für ihre Coming-of-Age-Geschichten bei Elementen aus verschiedenen Filmgenren wie Abenteuer- und Horrorfilmen. Dabei stehen die jungen Protagonist:innen und ihre Sicht auf die Dinge im Fokus der Geschichten. Am Ende stehen dabei oft persönliche Entwicklungen und sie haben einen weiteren Schritt zum Erwachsenwerden gemacht. Natürlich gibt es da, gerade mit Blick auf das Zielpublikum, verschiedene Ausprägungen. Wenn sich die Filme trotz junger Haupthelden an Erwachsene richten, sind die Folgen konsequenter und ernster. Doch „Monster Summer“ aus der Hand von David Henrie, nach einem Drehbuch von Cornelius Uliano und Bryan Schulz, orientiert sich eher an den Geschichten über und von Jugendlichen. Angesiedelt in den 80er Jahren und an einem abgelegenen, typischen Kleinstadt-Ort bringt der Film gleich die richtigen Vibes mit sich. Dabei folgt die Geschichte einem bekannten Weg, etabliert Figuren und Verdächtige und baut auf diese Weise auch Spannung auf. Recht schnell kommt der Verdacht auf, dass etwas Übernatürliches – eine Hexe – schuld sein könnte. Doch während Noah davon überzeugt ist, versucht der frühere Polizist die Ereignisse rational zu erklären. Das bringt auch ein wenig Humor in die Geschichte, die aber grundsätzlich einen düsteren Tonfall besitzt, der sich trotz Happy-Ends nicht ganz in Wohlgefallen auflöst.

Mel Gibson

Inszeniert ist das bis in die Details wie ein Film von früher. Das ist im besten Sinne gemeint und zeigt einer neuen Generation junger Zuschauer:innen diese Art der Erzählung und Inszenierung. Für ältere Zuschauer:innen eignet sich der Film vor allem als Wohlfühlfilm mit einem starken Retro-Gefühl, auch wenn durch die bekannte Struktur und ein jüngeres Zielpublikum ein wenig Spannung verloren geht. Handwerklich ist das alles überzeugend umgesetzt. Der Film entscheidet sich auch dafür, dass weniger meist mehr ist: Er stellt nicht die Untaten des Monsters ins Zentrum, sondern seine jugendlichen Helden – allen voran Noah, der hier wunderbar von Mason Thames gespielt wird, der durch „The Black Phone“ (2022) bekannt wurde, und jetzt gleich mit zwei Filmen (auch in „Drachenzähmen leicht gemacht“ (2025)) beinah zeitgleich in den Kinos zu sehen ist. Mel Gibson, der sich in letzter Zeit vor allem als Regisseur von Filmen wie „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“ (2016) und „Flight Risk“ (2025) zeigte, ist hier die perfekte Besetzung, der wunderbar den gealterten Cop mit guten Herzen verkörpert. Die Nebenrollen sind gut, aber mit eher unbekannten Darsteller:innen wie Lorraine Bracco („Die Sopranos“ (1999-2007)) und Nora Zehetner („Brick“ (2005)) besetzt. Abgerundet von gelungenen Effekten und einem klassischen Score ist „Monster Summer“ gute Unterhaltung. Der Film will das Rad nicht neu erfinden, sondern huldigt mit seinem großen Retro-Charme einem Subgenre des letzten Jahrhunderts und schafft es damit, nicht nur alte Hasen nostalgisch werden zu lassen, sondern eine neue Generation damit abzuholen. 

Abby James Witherspoon und Julian Lerner

Fazit: „Monster Summer“ ist ein amerikanischer Spielfilm von David Henrie, der ein Subgenre der Coming-of-Age-Geschichten aus den 80er und 90er Jahren wiederbelebt. Dabei schafft er es unterhaltsam, alle Elemente stimmungsvoll zusammenzusetzen. Vor allem Nostalgiker und eine neue Generation von jungen Kinogänger:innen werden Freude mit diesem Film haben.

Bewertung: 6,5/10

Kinostart: 19. Juni 2025
Streaming: unbekannt

Trailer zum Film „Monster Summer“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

  • Wikipedia-Artikel über den Film „Monster Summer“ (englisch)
  • Monster Summer / Kinder und Cop gegen das Unbekannte, in Podcast: Der Tele-Stammtisch – Der Film- und Serienpodcast, 17.06.2025.
  • Monster Summer (Review) / The Monster Squad / Silver Bullet, in Podcast: T Warches A Scary Movie, 06.07.2025.
  • Gabriele Flossmann, ‚Filmkritik zu „Monster Summer“: Mel Gibson auf Monsterjagd‘, kuriere.at, 2025
  • Alexandra Seitz, Monster Summer, ray Filmmagazin, 06/25, S. 38.
  • Alexandra Seitz, Monster Summer, EPD Film, 6/25, S. 62.

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