„Willie and Me“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der Eröffnungsfilm des 30. Internationales Filmfest Oldenburg 2023 war der Spielfilm „Willie and Me“ (Deutschland/USA, 2023) der Regisseurin und Schauspielerin (auch Ex-Frau von Otto Waalkes) Eva Hassmann. Das Debüt der Regisseurin, die auch eine Zeit lang am Oldenburger Theater gespielt hat, ist ein klamaukiges Roadmovie, für das sie zwei Größen gewinnen konnte.

Als Greta (Eva Hassmann) erfährt, dass der Country-Musiker Willie Nelson sein letztes Konzert geben wird, verlässt sie kurzerhand ihren Ehemann August (Thure Riefenstein) und verkauft für die Reise seinen Porsche. In den USA angekommen, verpasst sie durch eine alkoholisierte Nacht den Flug nach Las Vegas und wagt sich mit Hilfe des Elvis-Darsteller Nick (Blaine Gray) und dessen Auto auf die amerikanischen Straßen, um ihr Ziel zu erreichen. Doch viele Hindernisse stellen sich ihr in den Weg.

Eva Hassmann

Die Schauspielerin Eva Hassmann, die man u.a. aus dem bekannten „Otto – Der Film“ als Love Interest des Titelhelden kennt, hat viel Bühnen- und Filmerfahrung gesammelt und führt hier nun zum ersten Mal Regie. Sie ersann nach einem eigenen Drehbuch ein Roadmovie, das sie quer durch Amerika von Los Angeles nach Las Vegas führt. Hier stößt man leider schon auf die erste Logiklücke, die sich danach nahtlos aneinanderreihen. Warum fliegt sie nicht direkt an den Ort, wo das Konzert stattfindet? Aber auch wenn man darüber hinwegsehen kann und sich mit dem plumpen Humor arrangieren kann, schafft es der Film einfach nicht zu zünden. Zu konstruiert ist jede Begebenheit, zu vorhersehbar alle Ereignisse und zu naiv die Hauptfigur. So kann sich keine Spannung oder Sympathien entwickeln. Als Publikum fragt man sich trotz der Kürze der Zeit schnell, wann dieser Trip wohl mal zu Ende gehen wird.

Willie Nelson

Positiv ist zu erwähnen, wie die USA hier farbenfroh zum Leben erweckt wurde und dass sich bekannte Stars die Ehre geben, in diesem überzeichneten Film mitzuwirken.  Zum einen haben wir da Willie Nelson selbst, der seine Spielfreude in einer Doppelrolle zum Ausdruckbringt und zum anderen den 2022 verstorbenen Regisseur und Schauspieler Peter Bogdanovich („Die letzte Vorstellung“ (1971), „Broadway Therapy“ (2014)), der hier in seiner letzten Rolle zu sehen ist. So ist der Spielfilm ein durch und durch albernes Werk mit vielen Fremdschämmomenten, oft nicht zündenden Humor, hat aber einen Cast u.a. auch Blaine Gray als Elvis-Darsteller versammelt, der im Gegensatz zu den anderen Figuren auch Sympathien ernten kann. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, kann bestimmt der eine oder andere Mensch, der auch ein Faible für Zoten hat, amüsiert werden, aber für voll nehmen kann man diese Komödie leider einfach nicht.

Peter Bogdanovich

Fazit: „Willie and Me“ war der Eröffnungsfilm des 30. Internationalen Filmfests Oldenburg 2023 und ist das Regie-Debüt der Regisseurin Eva Hassmann. Sie inszeniert ein ulkiges Roadmovie mit Humor, der nicht für jedermann geeignet ist. Leider kann man den Figuren keine Sympathien schenken, sieht jede Wendung und jedes Fettnäpfchen voraus, sodass man als Publikum wenig motiviert ist, durch Spannung oder mit Interesse an der Geschichte dran zu bleiben.

Bewertung: 2/10

Kinostart: unbekannt

Trailer zum Film „Willie and Me“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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