„Die Bully Die“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Australien / Fiktion / 2024

Filmkritik: Der australische Kurzfilm „Die Bully Die“ von Nick und Nathan Lacey, der seine Deutschlandpremiere im ‚Shock Block‘-Programm des 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 feierte, erzählt mit Hilfe von Humor und Genre-Elemente von Mobbing und Queer-Feindlichkeit. 

Nach 17 Jahren trifft Max (Matthew Backer) seinen ehemaligen Bully Adam (Drew Weston) wieder. In einem Restaurant tauschen sie sich über ihr jetziges Leben, das frühere Mobbing und das spätere Outing Adams aus. Dabei hat sich Max geschworen, diesem Mann, der seine Schulzeit zur Hölle gemacht hat, nicht zu verzeihen, sogar noch mehr: Er will ihn dafür bestrafen.

Als Kammerspiel inszeniert erzählen die beiden beiden Brüder Nathan und Nick Lacey, nach einem Drehbuch von Matthew Backer und Drew Weston, wie sich Queer-Feindlichkeit und Bullying bei den Opfern auswirkt. Auch mit einem großen zeitlichen Abstand sind die früheren Wunden nicht verheilt. Schul-Mobbing, das es in vielen verschiedenen Ausprägungen gibt und das sich oft gegen alle möglichen Arten von Außenseitern richtet, ist ein großes Problem überall auf der Welt und hinterlässt immer Spuren. Man merkt der Geschichte an, dass hier auch persönliche Erfahrungen verarbeitet werden. Doch statt diese Auseinandersetzung mit dem früheren Mobber als Drama zu inszenieren, wählen die Brüder den Weg übers

Ben Gerrard und Matthew Backer

Genre und fangen die Rache-Gedanken humorvoll und mit knallharten Splatter-Szenen ein. Doch der emotionale Tonfall überwiegt und so stimmt der Film trotz seines unterhaltsamen Ansatzes nachdenklich und zeigt zwischenmenschliches Fehlverhalten deutlich auf. Dass der Kurzfilm so gut funktioniert, verdankt er auch der präzisen und leicht überspitzten Darstellung der beiden Hauptdarsteller Matthew Baker und Drew Weston.

Fazit: „Die Bully Die“ ist ein Kurzfilm der Brüder Nick und Nathan Lacey, die sich darin mit queerfeindlichem Mobbing, den Wunden, welche die Opfer davon tragen, und wie man dann mit seinem Peiniger umgeht, beschäftigen. Umgesetzt haben die beiden Brüder alles in einem humorvollen Kammerspiel, das mit Genre-Elementen genauso liebäugelt wie mit emotionalen Momenten. 

Bewertung: 8,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Die Bully Die“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

  • 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 – Katalog (Programm ‚Shock Block‘)
  • Eintrag des Kurzfilms „Die Bully Die“ auf der Fundraising-Plattform ACF
  • Eintrag des Kurzfilms „Die Bully Die“ bei der Produktionsfirma Basedfilm
  • Eintrag des Kurzfilms „Die Bully Die“ beim Iris Prize Festival
  • Nicole Thorn und Annie Zhang: Podcast „The Making of ‚Die Bully Die’“, 13.6.-22.9.2024

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