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Serienkritik: Die 2010 gestartete Zombie-Serie, die auf den gleichnamigen Comicbuch-Reihe von Robert Kirkman (2003-2019) basiert, ging 2019 in die zehnte Verlängerung. Nachdem sich bereits in der neunten Staffel eine der Hauptfiguren verabschiedet hat, gibt es auch hier wieder einige Personen zu verabschieden. Auch die zehnte Staffel aus der Hand der Showrunnerin Angela Kang wählt einen roten Faden durch die 22 Folgen, der sich vor allem vielen Einzelgeschichten widmet.
Nachdem Alpha (Samantha Morton) und ihre Flüsterer den Gemeinschaften Alexandria, Hilltop und dem Königreich schwere Verluste beschert haben und ihre Grenzen auf diese Weise abgesteckt haben, leben die Hinterbliebenen mit ihrem Traumata und müssen sich überlegen, wie es von dort aus weitergehen kann. Während manche auf Rache sinnen, ziehen sich andere zurück. Nachdem eine Flüsterer-Maske in Oceanside angespült wird, bricht erneut Unruhe aus. Eine Militz formt sich, Carol (Melissa McBride) arbeitet an einem eigenen Plan, für den sie Negan (Jeffrey Dean Morgan) braucht. Michonne (Danai Gurira) lässt Judith (Cailey Fleming) zurück, bricht auf eine längere Mission auf und Maggie (Lauren Cohan) findet, nachdem ihre neue Gemeinschaft angegriffen wurde, zurück nach Hilltop. Eugene (Josh McDermitt) und zwei Begleiter folgen dagegen einem Funkspruch, an dessen Ursprung eine neue Gemeinschaft steht.
Bei langjährigen Serien kommt man irgendwann an einen Punkt, bei dem man das Gefühl hat, dass alles auserzählt ist. Die 131 Folgen der vorherigen neun Staffeln schafften es aber immer wieder – vor allem durch die Wahl raffinierter oder grauenvoller Gegner – sich aufzurappeln. Den Schrecken, den die Flüsterer und ihre kaltblütige Anführerin Alpha (großartig: Samantha Morton) in der Staffel davor verbreitet haben, reicht auch in die ersten Folgen mit rein. Wir lernen dazu Alpha noch besser kennen. Auch den Verlust, den unsere Helden erlitten haben, kann man trotz vieler anderer Verluste deutlich spüren. Schon lange geht es nicht mehr um lebende Untoten, sondern um das Zwischenmenschliche. Hier nun in den 22 Folgen der zehnten Staffel entschied man sich für viele Einzelgeschichten, welche dem Publikum mal näher, mal weniger nah gehen. So fällt auch von Folge zu Folge die Stimmung, die Spannung und das Miterleben anders aus. Da man manche Handlungsstränge teilweise mehrere Folgen lang nicht weiter verfolgt, bringt das ein etwas zu stark zerfasertes Gefühl mit sich und treibt das Auf-die-Folter-Spannen auf die Spitze. Das ist unnötig und man hätte sich eine stärkere Konzentration und so einen stärkeren Zusammenhalt der Grüppchen gewünscht. Doch gerade bei den Transitionspunkten – wie dem Verlassen einer langjährigen Figur aus der Serie und der Etablierung neuer Gefahren – kann es zu solchen wenigen gelungenen Übergängen kommen. Trotzdem – schon weil man die Figuren liebt, die u.a. von Norman Reedus, Danai Gurira, Jeffrey Dean Morgan, Melissa McBride, Josh McDermitt und Lauren Cohan verkörpert werden – bleibt man dran und lässt sich auf die vielen Geschichten ein, die einen aber mal weniger, mal mehr fesseln.
Fazit: Auch die zehnte Staffel der amerikanischen Serie „The Walking Dead“ weiß mit ihren Figuren, den Konstellationen und der Zombie-Action zu unterhalten. Inszenatorisch bleibt die Serie ihrem Stil treu, schafft es leicht, neue Figuren zu etablieren, und erzählt etwas zerfasert und mit unterschiedlichem Spannungsgehalt die Geschichten unserer Held:innen fort.
Bewertung: 3/5
Trailer zur zehnten Staffel der Serie „The Walking Dead“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Wikipedia-Artikel über die zehnte Staffel der Serie „The Walking Dead“
- Beatrice Osuji, ‚„The Walking Dead“ Staffel 10: Episodenguide und weitere Infos‘, kino.de, 2021
- Daniela S., ‚DVD-Rezension: The Walking Dead, Staffel 10‘, myfanbase.de, 2021

