„The Walking Dead“ (Staffel 8, 2017)

Serienkritik: Seit dem Beginn der Serie „The Walking Dead“ aus der Hand des Serienmachers Frank Darabont im Jahr 2010 hat sich die Serie immer weiter zugespitzt. Die siebte Staffel mit neuen Gegner samt einem erschütternden Ohnmachtsgefühl stellte bis dato den Höhepunkt dar. Die 16 Folgen der achten Staffel knüpfen nahtlos daran an, doch diesmal stehen alle Zeichen auf Kampf.

Die Herrschaft der Saviors unter der Leitung von Negan (Jeffrey Dean Morgan) muss ein Ende finden, darin sind sich alle Orte einig, sei es das Königreich mit Ezekiel (Khary Payton) als ihren König, in dessen Randbezirk Carol (Melissa McBride) wohnt oder Hilltop, wo Maggie (Lauren Cohan) und Jesus (Tom Payne) Gregory (Xander Berkeley) abgelöst haben. So bereiten sie sich alle, wie auch Rick (Andrew Lincoln) und Michonne (Danai Gurira) in Alexandria, auf den großen Kampf vor, um endlich Negan das Handwerk zu legen. Dieser scheinbar ewige Kampf, in dem Verbündete gefunden und verloren werden und immer wieder schwere Verluste die Reihen lichten, muss endlich ein Ende finden, um wieder ein richtiges Leben möglich zu machen.

Die achte Staffel der gleichnamigen Comicadaption von Robert Kirkman (*1978) hat einen klaren Fokus auf den ewigen Kampf zwischen Saviors und Alexandria gelegt. Nach der sehr aufwühlenden siebten Staffel wünscht man sich als Zuschauer:in einen Sieg. Doch so einfach macht es einem die Serie in ihren 16 Folgen und 720 Spielminuten nicht. Dabei muss man nicht nur den einen oder anderen Überläufer und herben Verlust einstecken muss, sondern es werden auch große, moralische Fragen aufgeworfen. Es geht darum, ob kriegerische Auseinandersetzungen wirklich die richtige Art sind, um Konflikte zu lösen, und ob sich dadurch nicht die Grenzen zwischen dem vermeintlich Guten und Bösen zu sehr verschieben. Wie kann man aus einer Situation als wirklicher Sieger hervorgehen, wie kann es danach weitergehen, wenn nicht alle getötet werden? So vielfältig die Antworten auf solche Fragen sind, so unterschiedlich gehen die Figuren damit um – ob nun die Taten verweigert werden, die Person sich in die Isolation flüchtet oder kämpferisch voranschreitet. So lässt sich auch diese Staffel viel Zeit für die einzelnen Handlungsstränge und Geschichten, kostet die Stimmung aus und hält die Spannung dabei stets hoch. Das wird auch noch durch die hochwertige Inszenierung samt gelungener Spezialeffekte und hervorragender, liebgewonnener Besetzung untermauert. Durch und durch bietet die achte Staffel das gleiche Niveau und dieselbe Spannung, wie ihre Vorgänger, nur konzentriert sie sich ganz auf die kriegerische Auseinandersetzung, lässt die Zombies beinah außen vor und treibt die innerliche Anspannung und auch ein wenig die Zermürbung des Publikums auf den Höhepunkt, so dass es befreiend und notwendig ist, dass die Staffel mit einem Wendepunkt endet.

Fazit: Die amerikanische Serie „The Walking Dead“ hat sich seit ihrem Beginn 2010 konsequent weiterentwickelt, besticht mit ihrer gelungenen, dystopischen Inszenierung und legte den Fokus schnell auf zwischenmenschliche Konflikte, welche ihren Höhepunkt in der siebten Staffel fanden. Diese werden nun in der achten Staffel weiter und zu Ende erzählt, so dass man auf einen spannenden Neuanfang in der neunten Staffel hoffen kann.

Bewertung: 4/5

Trailer zur Staffel 8 der Serie „The Walking Dead“:

geschrieben von Doreen Matthei

Meine Rezensionen über „The Walking Dead“

Quellen:

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