„The Walking Dead“ (Staffel 6, 2015)

Serienkritik: Die amerikanische Zombieserie „The Walking Dead“ lieferte mit ihrer sechsten Staffel grandiose 16 Folgen ab, welche den Zuschauer emotional auf eine Achterbahn schicken und gefühlt in jeder neuen Folge an Spannung und Intensität zunimmt und sich so auf ein grausiges Staffelfinale zu bewegt.

Nachdem Rick (Andrew Lincoln), Michonne (Danai Gurira), Glenn (Steven Yeun) und die restliche Truppe ein dauerhaftes Zuhause in Alexandria gefunden haben, beginnen sie sich dort einzurichten und für die Sicherheit des Ortes zu sorgen. Doch als sie einen Steinbruch voller Beisser entdecken, muss ein Plan her, um diese von dort wegzulocken. Währenddessen bahnt sich eine Bande Krimineller, die Wolf-Gang, einen Weg in die Stadt und mit ihnen zusammen viele Beißer. So beginnt der Überlebenskampf schneller und trifft die Bewohner fast unvorbereitet. Während einige Kämpfer wie Daryl (Norman Reedus) noch nicht wieder zurück sind, versucht Morgan (Lennie James) eine andere Lösung zu finden. Doch nur gemeinsam können sie diesen neuen Gefahren trotzen und so hoffentlich Alexandria retten.

Norman Reedus

Die sechste Staffel mit nur 16 Folgen ist vollgestopft mit Ereignissen, die man gar nicht so schnell verdauen kann. Nach den Zombies im Steinbruch, der Wolf-Gang und Morgans Läuterungs-Geschichte brechen weitere Ereignisse über die liebgewonnene Gruppe herein und man ahnt, nachdem sich die Ereignisse zuspitzen, dass das Finale nicht gut für Ricks Gruppe und ihre neue Heimat ausgehen kann. In dieses Wechselspiel zwischen Ruhe und Alltag, die endlich einkehren sollen, und den ständig wachsenden und neuen Bedrohungen ist der Zuschauer involviert wie in keiner Staffel zuvor. Auch scheut sich die Serie, geschaffen von Frank Darabont nach der Comicreihe „The Walking Dead“ (2003-2019) von Robert Kirkman und Tony Moore,  nicht, die Charaktere weiter zu entwickeln, sterben zu lassen oder mit unerwarteten Ereignissen zu konfrontieren. Einziges Manko ist die Einführung neuer Charaktere – diese bleiben recht blass, so dass man das Gefühl hat, dass sie bald wieder aus der Serie verschwinden werden. 

Andrew Lincoln

Erzählt wird das Ganze im gewohnten Look. Doch die schmutzige, dystopische von Brauntönen dominierte Optik wird genau in diesen Neue-Heimat-Szenen immer mal wieder gebrochen und macht so noch deutlicher die Gegensätze klar. Hinzu kommt die hervorragende Riege der DarstellerInnen, die um einige neue Gesichter (wunderbar Merritt Wever („Unbelievable“ (2019)) als überforderte neue Ärztin) erweitert wurden. Ganz zum Schluss taucht dann noch Jeffrey Dean Morgan („Supernatural“ (2005-2019)) als neuer Bösewicht auf und kostet seine Rolle richtig aus, was man auch ab der siebten Staffel weiter erleben darf. Im Gesamten ist die sechste Staffel grandiose Serienunterhaltung, welche die Geschichte und Charaktere weiterentwickelt und sie mit immer neuen Herausforderungen, auch moralischer Natur, konfrontiert. Nach diesem Staffelende kann wohl kaum jemand pausieren, sondern startet gleich weiter mit der nächste Staffel.

Lauren Cohan und Melissa McBride

Fazit: Die nun mittlerweile sechste Staffel der amerikanischen Comic-Adaption „The Walking Dead“ besticht mit einer rasanten Mischung aus vielen Elementen wie charakterlichen Entwicklungen sowie Hintergrundgeschichten, Alltagsschilderungen, neuen Gefahren und moralischen Fragen. Dabei bietet keine Folge Leerlauf, sondern es geht in großen Schritten, mit Tempo und Spannung auf ein Finale zu, das es in dieser Serie so noch nicht gegeben hat und das wohl das Blut aller Fans gefrieren lässt. So entstand eine überragende Staffel, die man eigentlich am Stück schauen möchte, denn so sieht gutes Geschichtenerzählen aus.

Bewertung: 5/5

Trailer zur Staffel 6 der Serie „The Walking Dead“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle:

  • Wikipedia-Artikel über die sechste Staffel der Serie „The Walking Dead“ 

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