“The Walking Dead” (Staffel 3, 2013)

Serienkritik: Die dritte Staffel der amerikanischen Zombie-Serie “The Walking Dead” rückt die menschlichen Konflikte in den Vordergrund und zeigt, dass der größte Feind nicht mehr die Untoten sind, sondern moralisch verwerfliche Menschen. Die Fokusverschiebung, nach der ersten Staffel, in der das Szenario eingeführt, und in der zweiten Staffel, die sich vor allem um private Probleme einer kleinen Gruppe drehte, setzt neue Maßstäbe,zeigt, wie die Welt nach der Katastrophe geworden ist, und überzeugt 16 Folgen lang mit einem Höchstmaß an Spannung.

Nachdem die Gruppe von Überlebenden die Farm verlassen musste, suchen sie unter der strengen Führung von Rick Grimes (Andrew Lincoln) nach einem neuen sicheren Unterschlupf. Die von der Gruppe getrennt Andrea (Laurie Holden) bekommt die rettende Hilfe von Michonne (Danai Gurira) und zusammen gelangen sie nach Woodbury, einer scheinbar sicheren Stadt, welche vom Governor (David Morrissey) regiert wird. Unterdessen stoßen Rick und seine hochschwangere Frau Lori (Sarah Wayne Callies), sowie Daryl (Norman Reedus), Glen (Steven Yeun) und die Familie von Maggie (Lauren Cohan) und Hershel (Scott Wilson) und die anderen auf ein Gefängnis, welches das ideale neue Zuhause sein könnte, würden darin nicht noch Gefangene leben und eine Menge Beißer umherirren. Während sie versuchen sich einen sicheren Ort zu schaffen, wird auch der Governor, der nicht das ist, was er vorgibt zu sein, auf die Gruppe aufmerksam.

Nachdem in der ersten Staffel die Ereignisse ihren Lauf nahmen und in der zweiten Staffel unsere Gruppe Überlebender auf eine kleine Gruppe anderer Überlebender stieß, aber sich weitgehend mit ihren eigenen Problemen beschäftigt haben, nimmt es hier an Dimension zu. Die zwei Parallelgeschichten aus dem Gefängnis und aus der Stadt Woodbury würden allein schon den Stoff für genug Handlung für eine Staffel geben. Doch die Überschneidungen und Verknüpfungen geben dem Verlauf der Staffel ein enormes Tempo. Die unerwarteten Ereignissen und das hohe Maß an Härte und Gewalt lassen die 16 Folgen noch rasanter verlaufen. Die Beißer sind immer noch eine Bedrohung, werden aber hier immer mehr als Waffe von Menschen für ihre Zwecke eingesetzt. Immer wieder zerstört die Serie Hoffnungen und zerrüttet Verhältnisse. Die dritte Staffel fügt eine gewaltige menschliche Dimension hinzu und umreißt eine wirklich mögliche Gesellschaft nach der Katastrophe. Das Spektrum an unterschiedlichen Verhalten ist hier enorm und zeigt, wie aus Mitläufern Täter werden können. Der Serienmacher Frank Darabont, immer noch lose auf die Comics von Robert Kirkman fußend, schafft eine explosive dritte Staffel, welche man in diesem Ausmaß nicht erwartet hatte.

Auch in der Inszenierung und Ausgestaltung bleibt sich die Serie treu. Auf etwas körnigen ‘Filmmaterial’ wird die dystopische Endzeit festgehalten. Dabei changieren die Bilder zwischen verlassenen und von der Natur zurückeroberten Gebäuden, welche eine gewisse Schönheit bergen, den besiedelten Orten und den gefährlichen, alle gleich aussehenden Wäldern. Dazwischen das Gefängnis als neue Kulisse, das mit all seiner Hässlichkeit trotzdem ein Zuhause werden könnte und Woodbury, eine typische Kleinstadt, die wie eine Idylle aussieht. Selten findet die Endzeit, wie sie mit all ihren Facetten wirklich sein könnte, einen besseren Ausdruck. Belebt wird das von den Figuren, welche von den Serienmachern soviel Tiefe und Persönlichkeit bekommen, dass ihr Schicksal berührt. Die Vorfälle der dritten Staffel sind an der einen oder anderen Stelle schwer zu verdauen und es gibt einen Ausblick, dass niemand sicher ist. Gespielt wird es wieder hervorragend von dem starken Ensemble der letzten Staffel. Hinzu kommen die Bewohner Woodburys, welche größtenteils farblos bleiben, aber mit ihrem Anführer wurde ein neuer unberechenbaren Charakter etabliert. David Morrissey spielt diesen mit Charme und Ambivalenz, sodass man die schwankenden Gefühle mancher Figuren ihm gegenüber verstehen kann. Im Gesamten sind auch in der dritten Staffel wieder alle Belange – Geschichte, Figuren, Ausstattung, Locations und musikalische Untermalung – wunderbar stimmig zusammengefügt.

Fazit: Auch in der dritten Runde bleibt sich die Serie “The Walking Dead” treu und erweitert die Orte und Geschichten wunderbar. Mit neuen Problemen, Konstellationen, Verlusten und einer scheinbar idyllischen Stadt wird die vertraute Truppe der Überlebenden konfrontiert. Die dritte Staffel schmückt die Dystopie aus und entwickelt die Geschichte konsequent und im rasenden Tempo weiter, so dass man kaum umhin kann, die 16 Folgen schnell am Stück zu schauen.

Bewertung: 5/5

Der Trailer zur dritten Staffel der Serie “The Walking Dead”

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Die anderen Staffeln der Serie „The Walking Dead“ in der Testkammer

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