Fünf Fragen an Michael Podogil

© Dana Netolicky

Interview: Im Interview erzählt uns der Regisseur Michael Podogil, wie er seine Geschichte für seinen Kurzfilm “Fucking Drama”, welches auf dem 19. Landshuter Kurzfilmfestival das Festival mit eröffnet hat, entwickelt hat und worauf er besonders Wert gelegt hat:

Ich hatte das Vergnügen “Fucking Drama” auf dem 19. Landshuter Kurzfilmfestival zu sehen. Deine Geschichte ist unerwartet und wühlt vermutlich jeden auf. Wie hast Du die Idee dazu entwickelt?

Wie immer startet alles mit einem kleinen Funken, den man schnell mal eben aufschreibt; und plötzlich ergibt das Eine das Andere. Ausgangspunkt war eine Ausschreibung auf der Filmakademie zum Thema „Drama“ und die Erinnerung an ein Theaterfestival in Wien, bei dem Auslagen, Keller etc. einer ganzen Straße bespielt wurden.

Dein Film wirkt wie eine kleine Abrechnung mit moderner Kunst und auch den sozialen Netzwerken. Wieviel Kritik steckt da drin, neben der Frage was Kunst alles darf?

Siehe dazu mein offizielles Regisseur-Statement:

“Fucking Drama” ist für mich eine harte Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist – entstanden aus einer Leichtigkeit des unbeschwerten Lebens. Beim Schreiben des Drehbuches konnte ich mich in alle Figuren hineinversetzen und mich dafür auch schämen. Wer ist nicht Voyeur? Wer giert nicht nach Aufmerksamkeit und Anerkennung? 

Wer kann ehrlich behaupten die Zukunft anderer über seine eigene zu stellen? Die Theatergruppe überschreitet für mich ganz klar Grenzen der Menschlichkeit, doch aus ihrer Sicht tuen sie etwas Gutes. Sie rüttelt die Besucher wach, zerplatzen die Blasen, in denen sie sich bewegen; führt ihnen – uns – vor Augen, was Angst und Leid wirklich bedeuten. Eine Erfahrung, die das eigene Leben und das eines Schutzsuchenden sicher in ein anderes Licht rückt. Der Zweck heiligt aber – wie wir wissen – nicht alle Mittel.

Ich bin an sich ein sehr lebensfroher Mensch, genieße meine Arbeit und lache gerne. Ich denke, dass man das in diesem Film genauso spürt. Die lachende und die weinende Maske. Ernst und Ironie. Der Narr und die Frau im Tutu. Leben und Tod. “Fucking Drama”…

In dem kammerspielartigen Szenario hat der Zuschauer, wie auch das Publikum im Film, kaum die Chance zu entkommen und muss sich der unangenehmen Situation stellen. Was war dir wichtig, beim Erschaffen der Atmosphäre?

Wir alle wussten: Es muss alles wirklich glaubhaft, mitreißend und schockierend sein, sonst wird’s peinlich. Da geht es um jedes Detail, jede einzelne Figur in der Geschichte, Location et cetera.

Und was wir nach Fertigstellung bemerkt haben ist, dass wenn der Film Open Air gezeigt wird, er nicht seine volle Wirkung entfalten kann, wie in einem klaustrophobischen engen Kinosaal.

Viel zur eindringlichen Wirkung deines Films tragen auch die großartigen Darsteller bei. Hier besonders erwähnenswert: Michael Pink als geschundener Regisseur. Wie verlief Dein Casting-Prozess?

Die richtigen Darsteller für ein Projekt gewinnen zu dürfen ist das Um und Auf. Michael wurde mir nach langer erfolgloser Suche von einem Kollegen empfohlen. Nachdem ich sein Reel gesehen habe wusste ich sofort, dass er perfekt passen würde. Zum Glück hat er Ja gesagt.

Wie geht es bei Dir weiter? Wirst Du diesem Genre treu bleiben und steht schon ein Langfilm in den Startlöchern?

Ich glaube, spannende Fragen kann man genauso in einer Liebeskomödie wie in einem Horrorfilm erörtern. Und die spannendste Frage für mich ist: Wer sind wir und wer wollen wir sein. Jeder von uns spielt ja eine öffentliche Rolle. Und wie würde diese Rolle in Extremsituationen (das kann auch ein Zustand der Verliebtheit sein) brechen? Wer wären wir gerne und wer sind wir wirklich? Und warum?

Zur Zeit stehen einige Wege offen und nächsten Sommer wird schon alles viel klarer sein. :)

Die Fragen stellte Doreen Matthei

Lies auch unsere Rezension zu seinem Kurzfilm “Fucking Drama

Ein Gedanke zu “Fünf Fragen an Michael Podogil

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