“Fucking Drama” (2017)

Kurzfilm / Österreich / Fiktion / 2017

Filmkritik: Auf dem 19. Landshuter Kurzfilmfestival, welches in diesem Jahr ein Sonderprogramm mit Beiträgen aus Österreich hatte, eröffnete der österreichische Kurzfilm “Fucking Drama” das Festival mit. Der Regisseur und Drehbuchschreiber Michael Podogil schuf mit seinem Kurzfilm eine Geschichte, die man so einfach nicht erwartet hatte.

Ein junges Paar lässt sich spontan auf ein Underground-Theaterstück ein. Eine Cellistin (Anna Starzinger), ein Clown (Manuel Girisch) und eine Frau im rosa Tutu (Henrietta Rauth) unterhalten die kleine Zuschauergemeinde in einem Keller mit einem verkopften Theaterstück, das wenig auf Gefallen stößt. Als der Autor des Stücks, Manfred Amour (Michael Pink), dazu kommt, scheint die Stimmung auf fast gefährliche Weise zu kippen.

Mit der Frage, was Kunst darf und was diese auch leisten muss, haben sich schon diverse Filme beschäftigt. Michael Podogil (*1985), ein ehemaliger Student von Michael Haneke, der auch das Drehbuch schrieb, liefert mit “Fucking Drama” verstörende Antworten auf die Fragen und verbindet sie geschickt mit Gesellschaftskritik, dem Zeitgeist und den unvermeidbaren Frage nach dem eigenen Handeln. Auch wenn der eine oder andere Zuschauer vielleicht den Kniff des Films erahnt, wird er trotzdem überrascht sein und die Spannung wird ihn festhalten.

Das verdankt der Film auch seiner dichten Inszenierung. Wie in einem Kammerspiel findet die Geschichte vor allem in dem Keller statt, welcher die Atmosphäre vom Unwohlsein der Protagonisten noch verstärkt. Die Stimmung wird befeuert durch das verkopfte Theaterstück, aus dem der Zuschauer Ausschnitte zu Gesicht bekommt, und dem melancholischen Spiel der Cellistin Anna Starzinger. Die Figuren fügen sich authentisch in die Szenerie ein: Sei es das verstörte Pärchen, gespielt von Lena Kalisch und Markus Freistätter, oder der Theaterregisseur Manfred Amour, absolut fantastisch mit Michael Pink besetzt, welcher den Spannungsbogen mit seinem Auftritt auf die Spitze treibt. Das alles schafft eine angespannte, klaustrophobische Atmosphäre, mit einer Prise Humor, aber so, dass einem das Lachen auch im Hals stecken bleiben kann.

Fazit: Der Kurzfilm “Fucking Drama” ist eine bissige Antwort auf die Frage, was Kunst darf und was unsere heutige Gesellschaft ausmacht. Umgesetzt in einer bedrückenden Atmosphäre und mit sehr guten Darstellern kann der Kurzfilm von Michael Podogil den Nerv der Zeit treffen und trotzdem gut unterhalten.

Bewertung: 7,5/10

Den Trailer zum Kurzfilm “Fucking Drama” gibt es hier:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • 19. Landshuter Kurzfilmtage 2018 – Katalog (Wettbewerb Shock Block’)
  • Unser Interview mit dem Regisseur Michael Podogil
  • Website des Kurzfilms “Fucking Drama
  • Bericht zur Verleihung des “13th Street Shocking Short Awards” an den Kurzfilm “Fucking Drama
  • Eintrag des Kurzfilms “Fucking Drama” bei “Short Shorts Festival”
  • Verleihung des “13th Street Shocking Short Awards” an “Fucking Drama
  • Eintrag des Kurzfilms “Fucking Drama” bei “Uncut Movies”

2 Gedanken zu ““Fucking Drama” (2017)

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