“The Walking Dead” (Staffel 4, 2013-14)

Serienkritik: Mit einem fast glücklichen Ende schließt die dritte Staffel der amerikanischen Zombie-Dystopie “The Walking Dead” ab. Die Serie hatte bis dato zwar die Zuschauer mit einigen Schicksalsschlägen konfrontiert, Figuren sind ausgeschieden und unterschiedliche Bedrohungen haben sich gezeigt. Doch was nun in der vierten Staffel auf die Charaktere wartet, damit hätten hartgesottene Fans vermutlich nicht gerechnet, und das zeigt gleichzeitig in welche Richtung sich die Serie entwickelt.

Nachdem die Truppe von Rick Grimes (Andrew Lincoln) zwar auch schwere Verluste erlitten hat, aber auch den Governor (David Morrissey) vertrieben hat, kehrt Ruhe ins Gefängnis ein. Rick und sein Sohn Carl (Chandler Riggs) erlernen unter der Anleitung Hershels (Scott Wilson) das Farmleben und Michonne (Danai Gurira) und Daryl (Norman Reedus) suchen in der Umgebung nach weiteren Überlebenden wie Bob (Lawrence Gilliard Jr.), so dass die Gemeinschaft immer größer wird. Es scheint endlich ein Zuhause zu werden, aber eine plötzliche, heftige Grippeepidemie kann dies auf einen Schlag kaputt machen. Zudem wartet ein weiteres unerfreuliches Ereignis auf unsere Gruppe Überlebende, welche sie vielleicht sogar zur Flucht nötigt.

Auch in der vierten Staffel diente die Comic-Reihe “The Walking Dead” (seit 2003) von Robert Kirkman immer noch als Ideenlieferant. Doch sie hat sich mittlerweile eigenständig weiterentwickelt, wie einige andere Serien und Filme mit einen Comic-Ursprung. Die 16 Folgen der vierten Staffel fühlen sich durch einen harten Einschnitt wie zwei Staffeln an und bleiben immer spannend und fesselnd. Die Sogwirkung der ersten Staffeln hat sich hier noch potenziert. Nicht nur, weil einem die Charaktere ans Herz gewachsen sind und sich der anfängliche Frieden so wunderbar anfühlt. Sondern auch durch die Übermacht des ‘Feindes’ der ersten Hälfte. Warum hat keiner bisher an so eine schreckliche Katastrophe, wie eine Grippe-Epidemie gedacht? Die Ereignisse überschlagen sich. Aber auch in der zweiten Hälfte geht es hart weiter. Getrennt unterwegs werden die einzelnen Geschichten weiter erzählt, neue Charaktere eingeführt und zwei neue Hoffnungsschimmer eingebaut. Von der Erzählart unterscheiden sich die beiden Hälften massiv, was auch optisch sichtbar wird. Die Staffel endet dann mit einem Finale, das erst am Ende der sechsten Staffel in diesem gewaltigen Maße wiederholt wird.

Auch visuell bleibt sich die vierte Staffel treu. Während in der ersten Hälfte ausgemalt wird, wie es wäre, wenn ein Ort, der so unwirtlich ist, wie das Gefängnis, zu einem Zuhause werden kann, tobte man sich in der zweiten Hälfte damit aus, welche Orte man alles finden würde, wenn man draußen unterwegs ist. Verlassene Hütten im Wald, größere Städte, verwilderte Infrastrukturen und natürlich immer wieder mitten drin im Wald. Die Zombies sind als Bedrohung omnipräsent, doch zeigen die Seriencharaktere mittlerweile einen souveränen Umgang mit ihnen. Die wahre Gefahr geht meistens von den Menschen aus. Natürlich lebt die Serie auch von ihren Charakteren, um die man sich ständig fürchtet. Mit Abraham (Michael Cudlitz) und seinen Leuten, Tara (Alanna Masterson) und Bob (Lawrence Gilliard Jr.) hat es die Serie auch geschafft neue Sympathieträger einzuführen. Im Gesamten bleibt der bewährte Look bestehen: dreckig, dystopisch und eine Welt, in der selten die Sonne scheint. So ist die optische Ausgestaltung wieder der perfekte Rahmen für die Geschichten und ihre Schicksale.

Fazit: Die vierte Staffel der amerikanischen Zombie-Serie “The Walking Dead” ist fulminante Unterhaltung. Die Ereignisse, Verluste und Emotionen überschlagen sich, aber trotzdem lässt sich die Serie stets Zeit für Charaktere, ruhige Momente und ausschweifende Darstellungen der dystopischen Zukunft. Diese Mischung besitzt viel Kraft und Spannung. Abgerundet wird diese von einem sehr guten Ensemble, stimmig eingesetzten Actionsequenzen und vor allem einer atmosphärischen Dichte, welche diese Dystopie zum Greifen wahr werden lässt. Rundherum ist die vierte Staffel ein Genuss für alle und mündet in einem klaustrophobischen Höhepunkt.

Bewertung: 5/5

Trailer zur vierten Staffel der Serie “The Walking Dead”

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Die anderen Staffeln der Serie „The Walking Dead“ in der Testkammer

3 Gedanken zu ““The Walking Dead” (Staffel 4, 2013-14)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.