„The Walking Dead“ (Staffel 7, 2016)

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Serienkritik: Nie war ein Staffelende der amerikanischen Zombieserie „The Walking Dead“, welche 2010 ins Leben gerufen wurde, so grausam wie das der sechsten Staffel. Darauf aufbauend führen die 16 Folgen der siebten Staffel das Grauen fort und etablieren eine Fehde, welche gefühlt nie ein Ende finden wird.

Nachdem Negan (Jeffrey Dean Morgan) zwei aus der Gruppe von Rick (Andrew Lincoln) getötet hat und sie zwingt von nun an für ihn zu arbeiten, kehren Rick und die meisten anderen in tiefer Trauer zurück nach Alexandria. Nur Daryl (Norman Reedus) ist noch in Negans Gewalt, welcher versucht diesen in seinem sogenannten Sanctuary zu bekehren. Maggie (Lauren Cohan) und Sasha (Sonequa Martin-Green) machen sich dagegen auf nach Hilltop, da sich dort ein Arzt um die schwangere Maggie kümmern kann. In allen Gruppenmitgliedern reifen nun die Gedanken nach Rache und dem Drang, sich aus den Fesseln von Negan zu befreien.

Jeffrey Dean Morgan

Die siebte Staffel unterscheidet sich massiv von allen bisherigen Staffeln. Zwar war die Gruppe um Rick Grimes schon immer von Gefahren, wie den Beißern selbst, dem machthungrigen Gouverneur oder der Grippe bedroht, aber noch nie in der Geschichte der mittlerweile 83 Folgen langen Serie aus der Hand von Frank Darabont in dieser Weise. Noch in der sechsten Staffel war der Antagonist Negan, der Anführer der sehr großen Gruppe der Saviors, ein diffuses Schreckgespenst. Doch jetzt wird er zum wahrhaften Alptraum. Psychopathisch und unberechenbar ist dieser Charakter, der ebenfalls aus den Comics von Robert Kirkman und Tony Moore stammt, welche die Grundlage für diese Serie bilden. Hervorragend von Jeffrey Dean Morgan („Supernatural“ (2005-2020), „P.S. Ich liebe Dich“ (2007)) gespielt, wird hier eine beinah übermächtige Figur etabliert, welche ganz neue Spielregeln mit sich bringt. So fühlt sich die siebte Staffeln mit den vielen verschiedenen Siedlungen und Spielorten viel größer an. Gleichzeitig wurde hier ein Gegenspieler etabliert, der das Gefühl aufkommen lässt unbesiegbar zu sein, ohne noch viel mehr Opfer zu bringen. So sind die 16 Folgen der Staffel durchweg spannend und gönnen den BetrachterInnen gefühlt keine Atempause. Jeder Versuch, gegen die Übermacht der Saviors anzukommen, fühlt sich sinnlos an. So entsteht wohl das stärkste Schwermutsgefühl der Staffel, gepaart mit Wut und Trauer, wie es auch die ProtagonistInnen selbst empfinden. Auch wenn es am Ende einen kleinen Lichtblick gibt, kann man sich trotzdem darauf einstellen, dass die achte Staffel ähnlich anstrengend, spannend und emotional weitergehen wird.

Khary Payton und Lennie James

All das erzählt der Serienmacher Frank Darabont im gewohnten dystopischen Gewand, welches schlussendlich die Beißer zur Nebensächlichkeit degradiert und sich vor allem auf die zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen konzentriert. Trotzdem sind die Untoten allgegenwärtig und lassen nicht vergessen, in welcher Welt unsere HeldInnen leben. Diese sind durchweg gut besetzt mit DarstellerInnen, die einem entweder schon über Jahre ans Herz gewachsen sind (so sind die Verluste auch besonders schmerzlich), sowie neu etablierte Rollen, welche hervorragend von u.a. Khary Payton verkörpert werden. 

Andrew Lincoln

Fazit: Die siebte Staffel ist ein Wendepunkt in der Erzählung der amerikanischen Zombie-Serie „The Walking Dead“. Der Fokus wird hier noch stärker auf zwischenmenschliche Auseinandersetzungen gelegt und es geht dabei nicht um kämpferische, sondern um moralische Belange. Viele neue Charaktere und Gruppierungen stoßen in dieser Staffel dazu, so dass sich sehr viel in der Dynamik, aber auch den Locations verändert und die ZuschauerInnen auf eine spannende, wenn auch sehr schwermütige Weiterführung der Erfolgsserie mitgenommen werden. 

Bewertung: 5/5

Trailer zur Staffel 7 der Serie „The Walking Dead“:

geschrieben von Doreen Matthei

Meine Rezensionen über „The Walking Dead“

Quellen:

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