- Acht Fragen an Idir Serghine - 16. April 2026
- „Oni“ (2025) - 16. April 2026
- Kinostarts 16.04.2026 - 15. April 2026
Interview: Im Gespräch mit dem südkoreanischen Regisseur Jonghoon Lee konnten wir mehr über seinen Kurzfilm „A Small Garden by the Window“ (OT: „창가의 작은 텃밭“) erfahren, der im Umweltwettbewerb des 41. interfilm Festivals Berlin 2025 lief. Er erzählt von den kleinen Dingen, die Veränderungen verursachen, an wen sich seine Botschaft richtet und welche Künstler ihn beeinflusst haben.
The original english language interview is also available.
Wie ist die Idee zu dem Kurzfilm entstanden?
Dieses Projekt begann als Teil der Kampagne zur CO₂-Neutralität für Religionsgemeinschaften, die von der KCRP (Korean Conference of Religions for Peace) ins Leben gerufen wurde. Viele klimabezogene Projekte setzen auf Dringlichkeit und Krisenbotschaften, daher wollten wir einen anderen Ansatz wählen. Nach vielen Diskussionen darüber, wie wir die Geschichte aufrichtig und unverwechselbar gestalten können, beschlossen wir, uns auf positive Veränderungen zu konzentrieren und sogar die freiwillige Beteiligung des Publikums anzuregen.
Die Idee kam aus einem sehr vertrauten Umfeld. Ich habe schon immer kleine alltägliche Gewohnheiten wie pflanzliche Ernährung und das Pendeln mit dem Fahrrad genossen, und unser Produzent schlug vor, daraus eine Geschichte zu entwickeln. Der Film entwickelte sich nach und nach zu einer Erzählung darüber, wie kleine Handlungen zu einer größeren Veränderung führen.
Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist eine Erweiterung unserer ursprünglichen Animation „Architect A“, die in unserem Studio entstanden ist. Der Architekt baut das Haus eines Kunden aus dessen Erinnerungen – er gewinnt Materialien direkt aus den Erfahrungen des Kunden, reduziert die Umweltbelastung und integriert sogar Flora und Fauna in die Konstruktion. Wir waren der Meinung, dass die Botschaft von „Architect A“, in deren Mittelpunkt das Zusammenleben mit der Umwelt steht, die perfekte Grundlage für die Animation zur Kampagne für CO₂-Neutralität war.
Würdest Du sagen, Du richtest Dich mit Deinem Film vor allem an ein junges Publikum?
Das Ziel sind alle Menschen, die heute auf diesem Planeten leben. Der Klimawandel beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Altersgruppe, ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Region. Er ist ein globales Problem und Teil der Verantwortung, die die Gegenwart für die Zukunft trägt.
Warum hast Du Dich dafür entschieden, auf Worte zu verzichten?
Wir wollten, dass der Film Sprachbarrieren überwindet. Die Absicht war, dass jeder, überall auf der Welt, den Film durch eine nonverbale Erfahrung verstehen und sich mit ihm verbinden kann.
Der Stil ist ansprechend und entzückend – würdest Du sagen, dass es Deinem Stil entspricht?
Ich neige dazu, ziemlich spielerisch zu leben. Ich genieße neue Erfahrungen und betrachte sie als wichtigen Weg, mein Leben zu erweitern. Diese positive Einstellung beeinflusst natürlich meine Arbeit und zeigt sich in meinen Filmen.
Hast Du Künstler oder Filme, die Dich bei der Optik inspiriert haben?
Ich wurde stark beeinflusst von Regisseur Shigeru Tamura („Glassy Ocean“), der Sensibilität und kreativen Philosophie von Hayao Miyazaki und dem visuellen Ansatz von Hyesung Lee, dem Art Director von „Architect A“.
Kannst Du mir von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?
Hallo, ich bin Jonghoon Lee, Direktor des in Seoul ansässigen Animationsstudios VCRWORKS. Dieses Projekt begann ursprünglich als kommerzieller Auftrag für unser Studio, und ich arbeite seit über einem Jahrzehnt bei VCRWORKS, sowohl als CEO als auch als Direktor. Während der gesamten Produktion habe ich den Prozess weniger als Arbeit betrachtet, sondern eher als eine Art Tagebuch, das ich mit Freude geführt habe. Ich bin dankbar, dass der Film um die Welt gereist ist, so viele Zuschauer erreicht hat und uns Möglichkeiten wie dieses Interview eröffnet hat.
Sind bereits neue Projekte geplant?
Wir arbeiten derzeit an einer Langfilmadaption von „Architect A“. Ich hoffe, dass wir den Film veröffentlichen und das Publikum wieder in den Kinos begrüßen können!
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Übersetzung von Michael Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „A Small Garden by the Window“
Interview: In our conversation with South Korean director Jonghoon Lee, we learned more about his short film „A Small Garden by the Window“ (OT: „창가의 작은 텃밭“), which was screened in the environmental competition at the 41st interfilm Festival Berlin 2025. He talks about the small things that cause change, who his message is aimed at, and which artists have influenced him.
How did the idea for the short film come about?
This project began as part of the Carbon Neutrality Campaign for religious communities initiated by the KCRP (Korean Conference of Religions for Peace). Many climate-related projects rely on urgency and crisis messaging, so we wanted to approach it in a different way. After many discussions on how to make the story sincere and distinct, we decided to focus on positive change and even aim to inspire voluntary participation from audiences.
The idea came from a very familiar place. I’ve always enjoyed small daily practices such as eating plant-based meals and commuting by bicycle, and our producer suggested we build a story from that. The film gradually evolved into a narrative about how small actions accumulate into a greater transformation.
The worldbuilding is an extension of our original animation “Architect A,” created at our studio. The architect builds a client’s home from their memories—harvesting materials directly from the client’s experience, reducing environmental impact, and even incorporating flora and fauna into construction. We believed that the message of “Architect A,” which centers on environmental coexistence, was the perfect foundation for the Carbon Neutrality Campaign animation.
Would you say that your movie is mainly aimed at a young audience?
The target is everyone living on this planet today. Climate change is not limited to a specific age group, country, or region. It’s a global issue and part of the responsibility that the present holds for the future.
Why did you decide to not use words?
We wanted the film to transcend language barriers. The intention was for anyone, anywhere in the world, to understand and connect with the film through a non-verbal experience.
The style is appealing and delightful – would you say that this is your style?
I tend to live quite playfully. I enjoy new experiences and consider them an important way to expand my life. That positive attitude naturally influences my work and appears in my films.
Do you have any artists or movies that inspired the look?
I was strongly influenced by director Shigeru Tamura (“Glassy Ocean”), the sensitivity and creative philosophy of Hayao Miyazaki, and the visual approach of Hyesung Lee, the Art Director of “Architect A.”
Can you tell me about yourself and how you came to filmmaking?
Hello, I’m Jonghoon Lee, director at the Seoul-based animation studio VCRWORKS. This project initially began as a commercial commission for our studio, and I’ve worked with VCRWORKS for over a decade, both as its CEO and director. Throughout production, I treated the process less like work and more like documenting each day with joy. I’m grateful that the film has traveled around the world, met so many audiences, and brought us opportunities like this interview.
Are there any new projects planned?
We are currently developing a feature-length adaptation of “Architect A.” I hope we can release it and meet audiences again in theaters!
Questions asked by Doreen Kaltenecker
Read on the german review of the short film „A Small Garden by the Window„