„Baby Tooth“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der amerikanische Kurzfilm „Baby Tooth“, der in der langen Nacht des abwegigen Films des 41. interfilms Berlin 2025 zu sehen war, ist ein kurzes, liebenswertes Kleinod von Olivia Accardo. 

Marina (Dakota Bouher) bietet auf einem Parkplatz ein Boot zum Verkauf an, aber nicht nur das, sie wartet auch darauf, dass jemand ihr einen Zahn zieht. Als ein älterer Mann (Keith Roy Chrismon) auftaucht, stellt sich also die Frage: „Boot oder Zahn?“

Die Regisseurin und Drehbuchautorin Olivia Accardo hat sich selbst immer ein Boot gewünscht und stieß dabei auf die Schauspielerin Dakota Bouher, die das Boot ihres verstorbenen Vaters verkaufen wollte. Das Boot konnte sich die Regisseurin nicht leisten, aber zusammen mit Bouher entstand die Idee für einen Kurzfilm. Sie entwickelten ein Skript, das mit dem Zahn-Thema einen absurden Anstrich bekommt und in der Kürze der Zeit von sechs Minuten wunderbar unterhalten kann. Dabei überzeugt nicht nur das Spiel der beiden Darsteller:innen, sondern auch die Inszenierung selbst. Die Szenerie – es spielt nur an einem Ort – wird mit Farben, Lichteinsatz und einer gut eingesetzten Kameraarbeit aus ihrer eigentlichen Alltäglichkeit herausgeholt. Dabei besitzt der Film einen gewissen Retro-Charme und scheint auf alte Werbesendungen zu referenzieren. Der wummernde Beat rundet die schwungvolle Inszenierung ab. 

Fazit: „Baby Tooth“ von Olivia Accardo ist ein unterhaltsamer Kurzfilm, der eine leicht absurde Geschichte in einem gelungenen Stil und mit pointiertem Humor zum Besten gibt.

Bewertung: 3,5/5

Trailer zum Kurzfilm „Baby Tooth“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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