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Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „Tuifl“ von Adina Barth, der im Genre-Programm des 26. Landshuter Kurzfilmfestivals 2026 zu sehen war, erzählt eine unheimliche Sage angesiedelt in der Südtiroler Heimat der Regisseurin und Animationskünstlerin.
Jakob, seine Mutter und ihre Schafe führen ein abgeschiedenes Leben in den Südtiroler Bergen. Obwohl ihn seine Mutter vor der Nacht warnt, wagt sich Jakob eines Nachts aus dem Schutz der Hütte, um ein verlorengeganges Lamm zu suchen.
Die Regisseurin und Animationskünstlerin Adina Barth hat gemeinsam mit der Drehbuchautorin Jule Peuckmann eine unheimliche Geschichte geschaffen, die wie ein bereits existierende einheimische Sage über Gestaltwandler in den Bergen wirkt. Doch ihre Geschichte steht auf eigenen Füßen. Inspiriert von der Schwärze und der Einsamkeit der Nacht in den Bergen und Filmen wie „Der Leuchtturm“ (2019) von Robert Eggers wurde die Geschichte entwickelt. Auch baut sie die eigene empfundene Angst vor der Nacht mit ein. Es entstand ein packender, siebenminütiger Kurzfilm, der es wunderbar schafft, die natürlichen Geräusche in der Nacht in
die unheimliche Geschichte einzubauen. Das Sounddesign stammt von Lukas Huber, der eng mit dem Komponisten Leon Brückner zusammengearbeitet hat, dessen Musik die ganze Zeit zu hören ist und die wenige Sprache beinah überflüssig macht. Die hörbare Ebene trägt viel zur Stimmung des Films bei, aber auch visuell weiß Barth den Zuschauenden einen Schauer über den Rücken zu jagen. In schwarz-weiß Animationen bebildert sie den Film in ihrem eigenen Stil, angesiedelt zwischen europäischer und asiatischer Zeichenkunst. Das Grauen der Nacht, die Gefahr und auch das traurige Ende fängt sie stimmungsvoll ein, so dass es nach dem Sehen lange im Gedächtnis bleibt.
Fazit: „Tuifl“ ist ein Kurzfilm von Adina Barth, die sich eine eigene Südtiroler Sage erdacht hat. Sie findet dafür stimmige Bilder, erzeugt in der Kürze der Zeit u.a. mit einer gelungenen Musikuntermalung eine unheimliche Stimmung und kann damit sehr gut unterhalten.
Bewertung: 3,5/5
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Doreen Kaltenecker, ‚Acht Fragen an Adina Barth‘, testkammer.com, 2026
- Eintrag des Kurzfilms „Tuifl“ beim Landshuter Kurzfilmfestival