- Kinostarts 26.03.2026 - 25. März 2026
- „No Mercy“ (2026) - 24. März 2026
- „Blue Moon“ (2025) - 23. März 2026
Kurzfilm / Australien / Fiktion / 2017
Filmkritik: Jedes Jahr schafft es auch ein Genre-Beitrag in die Festivaleröffnung des Landshuter Kurzfilmfestivals. Im Jahr 2019 wurde das Publikum von dem australischen Kurzfilm „Post Mortem Mary“ in den Bann gezogen, welcher seine Geistergeschichte im historischen Gewand erzählt.
Australien, 1840: Eine Mutter (Melanie Zanetti) und ihre Tochter Mary (Stella Charrington) reisen durchs Land, um die Toten zu fotografieren. Für die Hinterbliebenen bedeutet das Trost und ein dauerhaftes Andenken. Doch als sie auf eine bereits sehr stark verweste Mädchenleiche (Edie Vann) treffen, ist es anders als sonst. Da sich die Mutter um die trauernden Eltern (Kathryn Marquet und David Breen) kümmern muss, ist heute Mary am Zug, die Leiche so echt wie möglich zu fotografieren.
Der australische Filmemacher Joshua Long erzählt in seinem 10-minütigen Kurzfilm eine klassische Geschichte, die sich sehr souverän durch das Genre bewegt und die einzelnen Stilelemente gut zusammenfügt. Dabei bleibt er auf konventionellen Bahnen, so dass den Zuschauer:innen schon schwant, wie es enden wird. Doch durch die absolut gelungene Umsetzung kann auch diese durchaus erwartbar verlaufende Geschichte Interesse, Spannung und Grusel wecken. Das verdankt der Film dem authentischen Zeitkolorit der viktorianischen Zeiten, für die der Regisseur laut Selbstauskunft ein Faible hegt. Zudem besticht der Kurzfilm mit gelungenen Effekten und eindringlichen Schockmomenten. Die gute Wirkung des Films verdankt er ebenfalls der Besetzung. Die Darstellerin Stella Charrington als Tochter der Fotografin hat sofort alle Sympathien auf ihrer Seite und fesselt mit ihrem Durchhaltevermögen. Im Gesamten verbindet Joshua Long hier eine klassische Geistergeschichte, mit einem gelungenen historischen Look, guten Effekten und einem wunderbaren Ensemble zu einem stimmigen Film, von dem man auch gern eine Langfilmvariante sehen würde.
Fazit: Der australische Kurzfilm „Post Mortem Mary“ ist eine unheimliche Geistergeschichte, wie sie im Buch steht. Dabei schafft es der Regisseur und Drehbuchautor Joshua Long durch einen authentischen Look und großartige Darsteller:innen sowie gut platzierten Effekten die Zuschauer:innen schnell in das Geschehen hineinzuziehen und an die Kinosessel zu fesseln.
Bewertung: 7,5/10
Schau Dir den Kurzfilms „Post Mortem Mary“ hier an:
geschrieben von Doreen Matthei
Quellen:
- 20. Landshuter Kurzfilmfestival 2019 – Katalog (Programm ‚Shock Block‘)
- Doreen Matthei, ‚Acht Fragen an Joshua Long‘, testkammer.com, 2019
- Eintrag des Kurzfilms „Post Mortem Mary“ beim Ravenna Nightmare Film Fest
- Danksagung von Joshua Long an das Ravenna Nightmare Film Fest
- Danksagung von Joshua Long an das Festival de Cine de Terror de Molins de Rei


2 Gedanken zu “„Post Mortem Mary“ (2017)”