„Post Mortem Mary“ (2017)

Kurzfilm / Australien / Fiktion / 2017

Filmkritik: Jedes Jahr schafft es auch ein Genre-Beitrag in die Festivaleröffnung des Landshuter Kurzfilmfestivals. In diesem Jahr wurde das Publikum von dem australischen Kurzfilm „Post Mortem Mary“, welcher seine Geistergeschichte im historischen Gewand erzählt, in den Bann gezogen.

Australien, 1840: Mutter (Melanie Zanetti) und Tochter Mary (Stella Charrington) reisen durchs Land, um die Toten zu fotografieren. Für die Hinterbliebenen bedeutet das Trost und ein dauerhaftes Andenken. Doch als sie auf ein kleines, bereits sehr stark verwestes Mädchen (Edie Vann), treffen, ist es anders als sonst. Da sich die Mutter um die trauernden Eltern (Kathryn Marquet und David Breen) kümmern muss, ist heute Mary am Zug, die Leiche so echt wie möglich zu fotografieren.

Melanie Zanetti und Stella Charrington

Der australische Filmemacher Joshua Long erzählt mit seinem 10-minütigen Kurzfilm eine klassische Geschichte, die sich sehr souverän durch das Genre bewegt und die einzelnen Stilelemente gut zusammenfügt. Dabei bleibt er auf konventionellen Bannen, so dass dem Zuschauer schon schwant, wie es enden wird, aber durch die absolut gelungene Umsetzung kann auch diese Geschichte Interesse, Spannung und Grusel wecken. Das verdankt der Film seiner authentischen Umsetzung der viktorianischen Zeiten, für die der Regisseur laut Selbstauskunft ein Faible hat. Zudem besticht der Kurzfilm mit gelungenen Effekten und eindringlichen Schockmomenten. Die gute Wirkung des Films verdankt er ebenfalls der Besetzung. Die Darstellerin Stella Charrington hat als Fotografentochter sofort alle Sympathien auf ihrer Seite und fesselt mit ihrem Durchhaltevermögen. Im Gesamten verbindet Joshua Long hier eine klassische Geistergeschichte, mit einem gelungenen historischen Look, guten Effekten und einem wunderbaren Ensemble zu einem stimmigen Film, von dem man auch gern eine Langfilmvariante sehen würde.

Edie Vann

Fazit: Der australische Kurzfilm „Post Mortem Mary“ ist eine unheimliche Geistergeschichte, wie sie im Buche steht. Dabei schafft es der Regisseur und Drehbuchautor Joshua Long durch einen authentischen Look und großartige Darsteller sowie gut platzierte Effekte die Zuschauer schnell in das Geschehen hineinzuziehen und an die Kinosessel zu fesseln.   

Bewertung: 7,5/10

Trailer des Kurzfilms „Post Mortem Mary“

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu “„Post Mortem Mary“ (2017)

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