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Filmkritik: Natürlich bedienen Geschichten eines bestimmten Genres einiges an Klischees und bekannten Wendungen. Der Zuschauer erwartet dies sogar. Trotzdem hat der Bankraub-Polizisten-Thriller “Triple 9” (Originaltitel: Triple 9, US, 2015), obwohl mit exzellenten Schauspielern besetzt, fast alles falsch gemacht.
Atlanta wird von der Russenmafia und ihrer Anführerin Irina Vlaslov (Kate Winslet) regiert. So ist es auch nicht verwunderlich, dass einige korrupte Bullen auf ihrer Gehaltsliste stehen, die für sie Banküberfälle begehen. Dazu gehört auch der abgebrühte Cop Marcus Atwood (Anthony Mackie). Sein neuer Partner Chris (Casey Affleck) und dessen Onkel, Sergeant Detective Jeffrey Allen (Woody Harrelson) versuchen dagegen der übermächtigen Kriminalität entgegenzutreten. Für ihren neuesten Auftrag – einen fast unmöglichen Raubzug – müssen sich Marcus, Michael (Chiwetel Ejiofor) und seine Kollegen etwas einfallen lassen. Ein 999 – ein Mord an einen Polizisten – wäre die ideale Ablenkung und der Frischling Chris scheint dafür bestens geeignet zu sein.
Nach einem Drehbuch von Matt Cook inszenierte der Australier John Hillcoat den Spielfilm. Der Regisseur zeichnete sich in der Vergangenheit vor allem durch Action- und Westernfilme aus und konnte besonders mit seinem Endzeit-Drama “The Road” (2009) überzeugen. Mit “Triple 9” wollte er dem Genre einen packenden Crimethriller hinzufügen. Gelungen ist ihm das nicht. Anfänglich kann der Betrachter dem Staraufgebot, dem ungewöhnlichen Look Kate Winslets und der Geschichte selbst noch etwas abgewinnen. Doch die Entwicklung der Story und die der Charaktere läuft vorhersehbar weiter und es wird kein Klischee umschifft. Der Betrachter kann jeden Toten und jede Wendung vorher erahnen und empfindet dadurch nur noch Langeweile. Auch in der formalen Inszenierung kann der Film nichts Neues bieten. Der Look ist dreckig und dem Genre gerecht. Die Musik dient als reine Untermalung und ist nicht der Rede wert. Auch die sonst herausragenden Schauspieler wie Harrelson und Winslet können in ihrem starren Rollenkorsett den Film nicht retten. Im Gesamten ist der Film nicht nur Standard-Genrekost, sondern auch schlecht ausgearbeitete und inszenierte Krimiunterhaltung, die sich stets zu ernst nimmt.
Fazit: Dem Action-Thriller “Triple 9” fehlt es nicht nur an einer guten Geschichte, sondern vor allem auch an einer stimmigen Inszenierung, lebendigen Figuren und Spannung. Die Story ist bekannt und klischeehaft inszeniert, sie birgt keine sympathischen Charaktere und zieht sich in die Länge. Fans des Genres können vielleicht dem Film noch das ein oder andere abgewinnen, aber alle anderen werden sich langweilen.
Bewertung: 2,5/10
Kinostart: 05.05.2016
geschrieben von Doreen Matthei
Quelle: Pressematerial von Wildbunch




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