“Valerian – Die Stadt der tausend Planeten” (2017)

© Universum Film GmbH

Filmkritik: Der Spielfilm “Valerian – Die Stadt der tausenden Planeten” (OT: “Valerian and the City of a Thousand Planets”, Frankreich, 2017) ist der Film, den der bekannte, französische Regisseur Luc Besson schon immer machen wollte. So ist ein buntes, traumhaftes Spektakel entstanden, doch der Subtext besitzt leider eine unangenehmen Beigeschmack.

Der französische Regisseur, Produzent und Autor Luc Besson (*1957), bekannt für “Leon – Der Profi” (1994) und “Lucy” (2014) hat schon die unterschiedlichsten Stoffe zum Leben erweckt. Doch “Das fünfte Element” (1997) sticht besonders aus seinem Schaffen hervor. Führt der Film die Zuschauer doch in eine Welt der Zukunft, die irgendwie bunt, überfrachtet, fantasievoll und gefährlich ist. Sein neuester Film “Valerian” erscheint wie eine Weiterführung dessen und führt das Publikum weg von der Erde ins All. Dort ist eine ehemalige menschliche Raumstation zu einem ganzen Planeten mit anderen Raumstationen vieler verschiedener Lebewesen verschmolzen. Major Valerian (Danny DeHaan) und Sergeant Laureline (Cara Delevingne) gehören zur Schutztruppe und finden bei einer scheinbaren Standardmission ein Geschöpf, welches als das letzte seiner Art sehr wertvoll ist. Schnell wird ihnen klar, dass mehr dahinter steckt und dass das verschwundene Volk der Pearl-Volk damit in Zusammenhang stehen. So machen sich die beiden Spezialagenten selbstständig auf, die Geheimnisse dahinter zu ergründen und müssen dabei umdenken, wer Freund und Feind ist.

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Nach eigenen Aussagen war “Valerian – Die Stadt der tausend Planeten” das Herzensprojekt des Regisseurs Luc Besson. Er schrieb auch selbst das Drehbuch dazu. Es basiert auf der französischen Comicbuchserie “Valérian et Laureline” (seit 1967) von dem Autor Pierre Christin und dem Zeichner Jean-Claude Mézières. Der Zuschauer wird in einem phänomenalen Auftakt von der Erde in eine kunterbunte Welt voller unterschiedlicher, fantasievoller Lebewesen entführt. Hinzu kommen fremde Welten, faszinierende Technologie und das Gefühl, dass es noch so viel mehr zu entdecken gibt. Deshalb erscheint die Welt unabhängig von der Geschichte riesig und man möchte als Zuschauer immer weiter herumreisen und mehr erfahren. Doch den beiden Hauptfiguren folgend, kann man auch andere Dinge – beabsichtigt oder nicht – entdecken. Das Frauenbild ist hier auf negative Weise überspitzt. Laureline, welche Stärke und Mumm besitzt, kümmert sich im Endeffekt doch nur um das Wohl ihres Partners. Auch die andere beeindruckende Figur der Bubbles, gespielt von der Sängerin Rihanna, lebt nur für die Gunst des Mannes und opfert sich dann schlussendlich für das andere Geschlecht. Genauso antiquiert wie das Frauenbild ist die (vermutlich unterbewusste) Rassenzeichnung. So bleibt in dieser fernen Zukunft der Mensch an der Spitze und die dummen oder bösen Rassen sind seltsamerweise alle erdfarben. Aufgrund des Alters des Comics ist wohl einiges noch der Vorlage geschuldet, hätte aber eine Überarbeitung verdient. Wenn man darüber aber hinwegsehen kann, bekommt der Zuschauer ein wunderschönes Märchen mit vielen Farben und kreativen Ideen präsentiert. Alle Darsteller wurden gut ausgewählt und passen sich stimmig in ihre Rollen ein. Das CGI überzeugt vor allem auf märchenhafter Ebene. Zusammen genommen ist “Valerian” ein fantasievolles Spektakel, was viel für die Augen bietet (dabei stechen vor allem Laurelines Outfits und der süße Transmutator heraus) und eine Story liefert, die etwas altbacken und vorhersehbar daher kommt und eine moderne Überarbeitung vertragen hätte.

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Fazit: Mit einem 177 Millionen Dollar Budget schufen Luc Besson und seine Crew einen fantasievollen Film, der den Zuschauer eine fremde Welt mit tausenden Möglichkeiten, Planeten und Geschöpfen zeigt. Leider kann die Geschichte mit der Bildgewalt nicht mithalten, wirkt an manchen Stellen sehr antiquiert und verläuft in vorhersehbaren Bahnen. Doch wenn man dies ignorieren kann, ist “Valerian – Die Stadt der tausenden Planeten” eine fantasievolles Spektakel.

Bewertung: 6/10

Kinostart: 20. Juli 2017, DVD-Start: 28. Dezember 2017

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen: Pressematerial von Universum Film GmbH

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