„Letztendlich sind wir dem Universum egal“ (2018)

Filmkritik: Nach dem gleichnamigen Roman von David Levithan entstand der Spielfilm “Letztendlich sind wir dem Universum egal” (OT: “Every Day”, USA, 2018). Er ist auf den ersten Blick eine typische Jugendbuchverfilmung, welche alle allen wichtigen Themen für diese Generation aufgreift. Doch der Film besitzt eine außergewöhnliche Ausgangsprämisse, welche diesen Film auch für älteres Publikum ansprechend macht.

Rhiannon (Angourie Rice) ist eine typische Teenagerin: Sie geht zur Schule und lebt ihr Leben. Ihr Freund Justin (Justice Smith) kümmert sich leider nicht so viel um sie, wie sie es gerne hätte. Aber eines Tages wirkt er wie ausgewechselt und sie verbringen einen wundervollen Tag zusammen. Doch schnell stellt sich heraus, dass Justin nicht er selbst war. Die Seele A hatte seinen Körper besetzt. Diese wacht jeden Morgen in einem anderen Menschen auf. Trotz dieser scheinbar unmöglichen Bedingung verlieben sich A und Rhiannon ineinander, so wird jeder Tag ein neues Abenteuer, an dem sie wieder zueinander finden müssen.

Nach dem 2012 erschienenen Jugendbuch “Letztendlich sind wir dem Universum egal” (OT: “Every Day”) des Schriftstellers David Levithan (*1972) entstand der Spielfilm unter der Regie von Michael Sucsy (*1973, bekannt für “Für immer Liebe” (2012) mit Channing Tatum und Rachel McAdams). Das Drehbuch schrieb Jesse Andrews, der auch schon “Ich und Earl und das Mädchen” (2015) geschrieben hat. Im Gegensatz zum Buch wird die Geschichte im Film nicht aus der Perspektive von A erzählt, da man im Film schwieriger einen Bezug herstellen könnte, wenn der Charakter sich äußerlich immer wieder verändert. Stattdessen wird Rhiannon, As große Liebe, der Mittelpunkt der Geschichte. Das funktioniert hervorragend, da sich vor allem die jüngeren Zuschauer eher mit einem Mädchen von nebenan als mit einer körperlosen Seele verbunden fühlen würden. Die Filmemacher erzählen die Geschichte aus Rhiannons Sicht und beziehen trotzdem alle Facetten des ursprünglichen Romans mit ein. Im Gesamten wird A von 15 verschiedenen Schauspielern verkörpert und so erlebt der Zuschauer, wie es ist, jeden Tag in einem anderem Körper aufzuwachen. Das gelingt dem Film auch deshalb so gut, weil die Rollen zwar mit unbekannten, aber stimmigen Schauspielern besetzt wurden. Allen voran natürlich Angourie Rice (*2001) als Rhiannon. Die australische Schauspielerin, welche man schon in “The Nice Guys” (2016) und “Spiderman: Homecoming” (2017) gesehen hat, führt mit viel Sympathie und Charisma durch die Geschichte und man glaubt ihr die unabdingbare Liebe zu A.

Die Geschichte verbindet wunderbar eine fast standardmäßige Liebesgeschichte zwischen jungen Menschen und diesem fantastischen Elements des Körpertauchs. Das macht den Reiz des Films aus und lässt ihn nie langweilig werden. Zudem besitzt er viele Elemente und wichtige Fragen, speziell was Äußerlichkeiten und die Zukunft betrifft, was junge Menschen im besonderen Maße anspricht. Das macht, zusammen mit der passenden Ausgestaltung und Musik, den Film “Letztendlich sind wir dem Universum egal” zu einem rundum gelungenen Film, der sich vermutlich aber nicht aus der Masse der vielen Jugendbuchunterhaltungen herausstechen wird, obwohl er einen andere Ansatz wählt und wunderbar unterhalten kann.

Fazit: Der amerikanische Film “Letztendlich sind wir dem Universum egal”, nach einem Buch von David Levithan, verbindet eine bekannte Coming-of-Age- und Liebesgeschichte mit einem fantastischen Element. Das funktioniert, getragen von den überzeugenden Jungdarstellern, nicht nur auf der Unterhaltungsebene sehr gut, sondern transportiert mühelos wichtige Themen und ist ein hübsch anzusehendes Plädoyer für die Unwichtigkeit von Äußerlichkeiten. So ist der Film gelungene Kinounterhaltung und das nicht nur für junge Leute.

Bewertung: 7/10

Kinostart: 31. Mai 2018, DVD-Start: 1. Oktober 2018

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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