„Gran Turismo 6“ (PS3, 2013)

GT 6

© Sony Interactive Entertainment LLC (SIE)

Spielekritik: Ende 1997 erschien der erste Teil der Serie Gran Turismo in Japan, damals für die originale Sony Playstation. Quasi 20 Jahre danach erscheint nun der siebte Teil „Gran Turismo Sport“ für die PS4, laut Ankündigung am 18. Oktober 2017. Hier folgt ein Test der derzeit noch aktuellen Version Gran Turismo 6. Alle Teile der Serie wurden von Polyphony Digital entwickelt und von Sony Interactive Entertainment LLC (SIE) – ehemals Sony Computer Entertainment – veröffentlicht.

Untertitel der Spieleserie ist von Anfang an „The Real Driving Simulator“. Daher ist auch klar, dass es sich nicht um ein spaßiges Rennspiel wie etwa Mario Kart oder viele Teile der Need for Speed Reihe handelt, sondern um eine ernsthafte Rennsimulation. So gibt es das Programm GT Academy, bei dem die besten Gran Turismo Spieler tatsächlich die Chance bekommen, professionelle reale Rennfahrer zu werden.

GT Academy

© Sony Interactive Entertainment LLC (SIE)

Am 6. Dezember 2013 erschien GT 6. Größter Nachteil des Spiels ist, dass es nur für die PS3 erschienen ist. Dank Playstation Now könnte es aber eventuell möglich sein, dieses Spiel bald am PC zu spielen. Am Anfang des Spiels hat man ein gewisses Startkapital, mit dem man ein günstiges Auto erwerben kann. Dies sind (fast) alle echte Autos von echten Herstellern, von denen eigentlich nur Porsche fehlt. Damit fährt man Rennen und gewinnt mit guten Platzierungen mehr Geld. Mit diesem kann man sein Auto tunen (Optik und Leistung), sich weitere Autos kaufen oder diverses Zubehör erwerben. Es stehen enorm viele Rennstrecken zur Verfügung, am schwierigsten zu meistern ist wohl die Nordschleife des Nürburgrings. Kern des Spiels ist der Karrieremodus, der motivierend und fordernd zugleich ist. Es gibt außerdem viele weitere Modi, die Abwechslung ins Spiel bringen, wie etwa ein Ayrton Senna Tribute oder drei Missionen auf dem Mond mit dem Lunar Roving Vehicle.

Die Steuerung ist mit dem Dual Shock PS3 Controller sehr gut möglich, man kann auch ein Lenkrad für die PS3 verwenden. Die Grafik ist für ein PS3-Spiel hervorragend und auch nach heutigen Maßstäben noch ansehnlich, vor allem die Autos und die Rennstrecke sehen sehr hübsch aus. Zuschauer und Details am Streckenrand kann man während eines Rennens ohnehin nicht ansehen, weil man sich auf das Fahren konzentrieren muss.

GT 6 Autos

© Sony Interactive Entertainment LLC (SIE)

Durchaus störend sind eine Reihe von Details. So kann man die Autos nicht ernsthaft beschädigen. Technische Defekte wie etwa ein Motor- oder Getriebeschaden und auch Reifenplatzer treten nie auf. Bis auf zwei Nebenmissionen kann man auch nicht mit leerem Tank oder Akku liegen bleiben, die Tankanzeige bleibt immer auf „voll“. Erst gegen Ende des Karrieremodus fährt man die ersten Rennen bei Regen, sonst ist die Strecke immer trocken. Bei Geoff Crammonds Formel-1-Simulation „Grand Prix 3“ aus dem Jahr 2000 gab es bereits sich während der Rennen ändernde Wetterbedingungen. Die künstliche Intelligenz der Computergegner ist bei weitem nicht perfekt. Das alles nimmt einige Strategieoptionen aus dem Spiel und mindert den Realitätsanspruch. Ansonsten handelt es sich um ein sehr gelungenes Spiel.

Fazit: Das Spiel macht süchtig und kann auch durchaus zu recht als kritiklose Huldigung an Automobile & an die Automobilindustrie bezeichnet werden. Wer keinen Spaß an Autorennen hat, wird auch diesem Spiel nichts abgewinnen können. Fans des Genres werden aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit begeistert sein. Aktuelle Alternativen zu GT 6 sind neben F1 2017, Project Cars 2, DiRT 4 und Assetto Corsa auch Forza Motorsport 7, das am 3.10.2017 für die Xbox One und für Windows-10-PCs veröffentlicht werden soll. Weniger umfangreich, aber ebenfalls sehr motivierend und herausfordernd ist etwa DiRT Rally von Codemasters. Nicht vergessen werden darf in dieser Liste natürlich der Nachfolger, Gran Turismo Sport, der durchaus ein Grund sein könnte, sich eine PS4 zu kaufen, wenn er mindestens so gut ist wie sein Vorgänger.

Bewertung: 5/5

geschrieben von Alexander Jäkel

Quellen:

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