“The Walk” (2015)

© 2015 Sony Pictures Releasing GmbH

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Filmkritik: Der Hochseilartist Philippe Petit spannte in einer illegalen Aktion 1974 ein Drahtseil zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers in New York und blieb 40 Minuten ohne Sicherung oder Netz auf dem Seil. Seine Erlebnisse schilderte er in seiner Autobiographie “Über mir der offene Himmel. Szenen aus dem Leben eines Hochseilkünstlers” (1998), welche wiederum die Vorlage für den Dokumentarfilm “Man on Wire” (2008) von James Marsh war. Jetzt wurde mit “The Walk” (OT: “The Walk”, US, 2015) eine Spielfilmfassung der Ereignisse unter der Regie von Robert Zemeckis geschaffen.

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Schon als kleiner Junge ist Philippe Petit (Joseph Gordon-Levitt) vom Hochseil fasziniert. Von seinen Eltern verstoßen, schlägt er sich in den 60er Jahren als Straßenkünstler in Paris durchs Leben. Dabei lernt er die junge Künstlerin Annie (Charlotte Le Bon), seine spätere Wegbegleiterin, und mit Papa Rudy (Ben Kingsley) seinen baldigen Mentor kennen. Eines Tages entdeckt Philippe in einer Zeitschrift die Abbildung des Entwurfs der Zwillingstürme des World Trade Centers in New York. Von da an ist er von der Idee fasziniert, zwischen den beiden Türme ein Seil zu spannen und darüber zu spazieren. Zusammen mit einer kleinen Crew beginnt er nun die Planung und die Umsetzung des illegalen Unternehmens.

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Der amerikanische Regisseur Robert Zemeckis, der sich mit den Filmen der “Zurück in die Zukunft”-Trilogie (1985, 1989, 1990) und “Forest Gump” (1994) einen festen Platz in der Filmgeschichte sicherte, war schon immer vorn mit dabei, wenn es hieß, neue Techniken auszuprobieren. So waren Filme wie “Der Polarexpress” (2004) und “Die Legende von Beowulf” (2007) Vorreiter im Motion-Capture-Verfahren, der letztere obendrein für die 3D-Technik. Gerade dieses Interesse und der mögliche Einsatz von 3D machten die Geschichte Philipp Petits für Zemecki vermutlich hochinteressant. Dabei bleibt er der Geschichte weitestgehend treu und stattete das Drehbuch nur mit dem einen oder anderen zusätzlichen Detail aus. Die Nähe zu den wahren Ereignissen, wie sie in der Dokumentation geschildert werden, ist bestechend und vergrößert den Filmgenuss. Der Regisseur schafft es, das richtige Flair und den Charme der Geschichte einzufangen. Der Humor ist allseits präsent, aber nie aufdringlich. Die Darsteller füllen ihre Rollen perfekt aus und der Film ist bis in die Nebenrollen sehr gut besetzt. Die Wahl des Hauptdarstellers Joseph Gordon-Levitt ist anfänglich etwas befremdlich. Da der Darsteller sehr gut bekannt ist, dauert es für Zuschauer ein wenig, ihm den Franzosen abzukaufen. Doch nach kurzer Zeit nimmt man ihn, dank seines Talents, als Philippe wahr und akzeptiert die befremdliche Frisur. Abgerundet und nochmals aufgewertet wird “The Walk” aber vor allem durch seine fantastischen Bilder. Diesen Film sollte man sich als 3D-Werk im Kino gönnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Produktionen liefert er die richtigen Bilder für diese Technik. Die Filmaufnahmen, die kräftig mit CGI unterstützt wurden, bieten traumhafte Bilder zwischen Realität und Märchen. Sie geben den wahren Ereignissen einen romantischen Schleier, sodass man die Welt fast wie durch Petits Augen sieht, die für ihn vor allem ein großer Spielplatz ist. Im Gesamten ist die Buchadaption gelungen und bietet das perfekte Unterhaltungskino an einem grauen Herbsttag.

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Fazit: Der Spielfilm “The Walk” kann nicht nur mit seinen Story und seinen sehr guten Darstellern fesseln, sondern besticht vor allem durch seine großartigen Aufnahmen. Der Charme und Witz der Geschichte wurde sehr gut eingefangen und wird durch traumartige Bilder transportiert. Zemeckis neuester Film ist einfach ein abgerundetes Kinoerlebnis.

Bewertung: 7,5/10

Kinostart: 22.10.2015

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Wikipedia Philippe Petit

                             Robert Zemeckis

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