“Sebastian und die Feuerretter” (2015)

© Neue Visionen Filmverleih

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Filmkritik: Nachdem 2013 der Film “Belle und Sebastian” unter der Regie von Nicolas Vanier die Kinogänger mit der Spielfilmfassung der Kinderbuchreihe begeistern konnte, führt nun der französische Regisseur Christian Duguay die Geschichte in “Sebastian und die Feuerretter” (OT: “Belle et Sébastien, l’aventure continue”, FR, 2015) fort. Dabei verschiebt er aber leider den Fokus auf die zwischenmenschlichen Beziehungen, so dass der Hund Belle nur als hübsches Beiwerk genutzt wird.

© Gaumont Distribution

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Der 10-jährige Sebastian (Felix Bossuet) lebt mit seinem Hund Belle und seinem Großvater César (Tchéky Karyo) nach dem Ende des zweiten Weltkriegs unbeschwert in dem Alpendorf Saint Martin. Sie erwarten mit Freude die Ankunft von Felix’ Tante Angelina (Margaux Chatelier). Doch die ist mit einem Flugzeug abgestürzt. Diese Katastrophe hat auch noch einen Waldbrand zur Folge. Der Einzige, der jetzt noch helfen kann, ist der unsympathische Pierre (Thierry Neuvic). Nur er besitzt ein Flugzeug. Sebastian vertraut ihm nicht und so macht er sich ebenfalls mit Belle auf die Suche nach Angelina und bekommt Unterstützung von dem Mädchen Gabriela (Thylane Blondeau), welches sich ein Jungsleben erträumt.

© Gaumont Distribution

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Der erste Film – “Belle und Sebastian” – mit dem gleichen Ensemble, aber unter anderer Regie, konnte mit seinen Aufnahmen und der authentisch wirkenden Freundschaft zwischen dem frechen Jungen Sebastian und der wunderschönen Berghündin Belle überzeugen. Zudem band er noch geschickt Zeitgeschichte und Abenteuerelemente mit ein, was in den Originalbüchern von Cécile Aubry keine große Rolle spielte. Die Fortsetzung versucht dieser Mischung treu zu bleiben, jedoch konzentriert sie sich auf die Figuren Sebastian und Pierre und wie sie sich einander annähern. Diese zwischenmenschliche Beziehung trifft leider nicht den gleichen Ton wie die Hund-Mensch-Freundschaft des Vorgängers. Dem ist auch geschuldet, dass Belle nur noch ein Sidekick ist und vor allem eine unterstützende Funktion für Sebastian hat und als Ausdruck für dessen Gefühle herhalten muss. Die Abenteuergeschichte ist ebenfalls nicht so gut gelungen wie im ersten Teil. Zu konstruiert wirken die Geschichte und deren Verlauf. Bei einem erwachsenen Publikum schafft der Film es einfach nicht Spannung aufzubauen und das Happy End, was die ganze Zeit offensichtlich ist, ist auch eher anstrengend als schön. Die Stärken der Fortsetzung liegen klar im erhaltenen Stil und den sehr schönen idyllischen Bildern. Auch die Szenen, in denen Belle agiert, welche von vier verschiedenen Hunden verkörpert wurde, machen Spaß. Die ganze Besetzung des Films ist wie bereits im Vorgänger gelungen. Dabei fällt hier vor allem Thylane Blondeau als Gabriela auf, die einen ganz eigenen Charme besitzt. Der Film ist so stilistisch und ästhetisch kohärent, kann aber leider storytechnisch nicht an den Vorgänger heranreichen.

© Gaumont Distribution

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Fazit: Die Fortsetzung “Sebastian und die Feuerretter” ist zwar ebenfalls mit ihren schönen Filmaufnahmen und dem gleichen Ensemble handwerklich äquivalent zu ihrem Vorgänger, aber sie kann mit ihrer Geschichte (vor allem ein erwachsenes Publikum) nicht überzeugen. Die Handlung ist zu sehr gewollt und stereotyp. Hinzu kommt noch, dass der Hund Belle keine große Rolle mehr spielt. So kann der Film im Gesamten nicht mit seinem Vorgänger von 2013 mithalten.

Bewertung: 5,5/10

Kinostart: 28.01.2016

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Pressematerial von Neue Visionen Filmverleih

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