“Atomic Blonde” (2017)

© Focus Features / Jonathan Prime

Filmkritik: Das zweigeteilte Berlin zur Zeit des kalten Krieges war schon immer eine gern genutzte Kulisse für Komödien, Action- und Liebesfilmen, aber allen voran für Spionage-Thriller. Da reiht sich die internationale Koproduktion “Atomic Blonde” (OT: “Atomic Blonde”, Deutschland/Schweden/USA, 2017) nahtlos ein.

Lorraine Broughton (Charlize Theron) ist die beste britische Agentin, die das SIS zu bieten hat. Deswegen wird sie von ihrem Chef Eric Gray (Toby Jones) und dem CIA-Agenten Emmett Kurzfeld (John Goodman) 1989 nach Berlin geschickt, um nicht nur einen Doppelagenten zu finden, sondern auch um wichtige Dokumente zu sichern, die durch einen Stasi-Spion (Eddie Marsan) beschafft wurden. Vor Ort merkt sie schnell, dass sie niemandem trauen kann. Weder ihrem Kollegen David Parcival (James McAvoy) noch der französischen Agentin Delphine (Sofia Boutella), mit der sie eine Liebschaft eingeht. Broughton ist auf sich gestellt und kämpft sich durch.

© Focus Features / Jonathan Prime

Der amerikanische Regisseur David Leitch (bekannt für “John Wick” (2014)) und sein Drehbuchschreiber und Freund Kurt Johnstad (Co-Autor von “300”) schufen auf Grundlage der 2012 gestarteten Comicbuchreihe “The Coldest City” von Antony Johnston und dem Illustrator Sam Hart einen stilistischen überhöhten Film, der sich aber in typischen Genrebahnen entwickelt. Dabei dienten als weitere Inspirationsquellen natürlich James Bond-Filme und die Werke von John le Carré und so greifen sie ebenfalls auf die bereits oft genutzten Kniffe von Agentenfilmen zurück. Die ständige Frage, wer für welche Partei arbeitet, treibt alle Figuren an. So ist allgemeines Misstrauen und das ständige Spiel mit dem Identitäten der Kanon des Films. Hier unterscheidet sich “Atomic Blonde” nicht von seinen Genrekollegen und kann deswegen an der ein oder anderen Stelle sogar etwas enervierend sein.

© Focus Features / Jonathan Prime

Interessant dagegen ist die Umsetzung der Comicbuchvorlage. Übernommen aus der Vorlage wurde der Stil und das Farbkonzept und diese geben dem Film seine gewollt stilisierte Optik. Trotz harter Action, in der man die Knochen brechen hören kann, wirkt der Film stets etwas gekünstelt, da er viel mit Farb- und Lichtdramaturgie arbeitet. Die Musik des Films schmiegt sich daran gut an. David Bowies Berliner Jahre und die drei zugehörigen Alben geben den Takt an und schaffen eine dichte Atmosphäre. Gedreht wurde das Ganze in Budapest, welches die richtige Materie besitzt, die damalige Zeit vor dem Mauerfall einzufangen. Abgerundet wird das durch die gut gewählten Darsteller, die alle ihre Rollen stimmig verkörpern, soweit das recht stereotype Korsett es zulässt. Besonders heraus stechen dabei Sofia Boutella mit ihrer zerbrechlichen Rolle, welche ganz anders ist, als ihre Figur in “Kingsmen: Secret Service” (2014), und McAvoys wunderbar überzogenes Spiel. So bereitet der Film im Gesamten vor allem durch seine Optik und formalen Gestaltung Freude und liefert trotz recht vorhersehbarer Geschichte solide Kinounterhaltung.

© Focus Features / Jonathan Prime

Fazit: Die Comic-Adaption “Atomic Blonde” bietet in den Grenzen ihres Genres solide Unterhaltung mit guten Darstellern, gut choreographierte Actionsequenzen und einen Look, der zwischen Comicstyle und Realität ziseliert. Jeder der nicht unbedingt eine neue Geschichte mit überraschenden Wendungen erwartet, kann sich mit diesem Spielfilm gut unterhalten lassen.

Bewertung: 6/10

Kinostart: 24. August 2017, DVD-Start: 22. Dezember 2017

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Pressematerial von Universal Pictures

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