„Orange is the New Black“ (Serie, Staffel 5, 2017)

Plakat zur fünften Staffel von Orange is the New Black

© Netflix

Serienkritik: Die letzte bisher erschienene Staffel der amerikanischen Serie “Orange is the New Black” machte im Vorfeld schon groß Furore. Hacker hatten die ersten zehn Folgen gestohlen und veröffentlichten diese online, als Netflix nicht auf die Lösegeldforderungen einging. Geschadet haben diese Ereignisse der Serie und ihrem Erfolg aber nicht. Die Geschichte der fünften Staffel wandelt zudem auf neuen Wegen, welche vermutlich nicht alle Zuschauer begeistern können, aber zumindest eine starke, neue Dynamik erzeugt.

Nachdem die Insassinnen in den Besitz einer Waffe gelangt sind und die Traurigkeit über den Verlust einer Gefangenen sich in Wut umwandelt, übernehmen sie das Gefängnis. Dabei gehen Maria (Jessica Pimentel) und Gleichgesinnte einen radikalen Weg und nehmen die Wächter als Geisel. Andere wie Frieda (Dale Soules) und Alex (Laura Prepon) bauen sich ein ruhiges Leben abseits des Trubels auf und halten den Kopf still. Piper (Taylor Schilling) und Taystee (Danielle Brooks) hingegen wittern die Chance, etwas im Gefängnis verändern zu können und streben Verhandlungen an. Nach und nach spitzt sich die Situation aufgrund vieler Einzelbewegungen, dem Fehlen einer geordneten Struktur und von lebensnotwendigen Dingen immer weiter zu und scheint auf eine Katastrophe zuzusteuern.

© Jojo Whilden/Netflix

Die Serienmacherin Jenji Kohan (*1969) wagt mit den 24 Folgen der fünften Staffel einen gewaltigen Schritt. Während die ersten vier Staffeln sich vor allem auf Einzelschicksale mit zwar dramatischen Elementen konzentrierten, gab es im Gesamten eher viele seichte Geschehnisse. Doch in dieser Staffel gibt es nur wenige Geschichten, welche entspannt oder ohne Folgen bleiben. Zudem entwickeln vertraute und auch liebgewonnene Personen extreme Tendenzen, die weit über ihre bisherigen Facetten hinaus reichen. Glücklicherweise übertreibt es die Serie dabei nicht vollends, sondern bietet ein versöhnliches Ende mit einer spannenden offenen Situation, welche neugierig auf die sechste Staffel macht. Durch die turbulenten Ereignisse in der Jetzt-Welt wurden nur noch wenige Rückblenden zur Untermalung eingebaut, so dass sich die meisten charakterlichen Verfestigungen durch die neuesten Begebenheiten ergeben. Optisch und handwerklich bleiben sich die Serienmacher treu und schaffen es, die Ausnahmesituation stimmig einzufangen und den Verlust einer geliebten Figur bis zum Ende spürbar zu machen.

© Jojo Whilden/Netflix

Fazit: Die fünfte Staffel der US-Netflix-Serie “Orange is the New Black” besticht mit einer neuen Dynamik und entwickelt eine Struktur, welche weitestgehend auf Rückblenden verzichtet und ein authentisches Bild von einer Eskalation zeichnet. Dabei verändern sich nicht nur die Kräfte innerhalb der Serie, sondern auch die Sympathien der Zuschauer. Doch durch den enormen Spannungsanstieg bleibt das Publikum bis zur letzten Folge gespannt und fiebert den bereits angekündigten nächsten drei Staffeln entgegen.

Bewertung: 4/5

Der Trailer zu Staffel 5 der Serie „Orange is the New Black“

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle:


Die bisherigen Staffeln von “Orange is the New Black” in der Testkammer:

5 Gedanken zu “„Orange is the New Black“ (Serie, Staffel 5, 2017)

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