“Ödland – Der Keller” von Christoph Zachariae (2015)

240 Seiten / ab 16 Jahre / Lucid Dreams Verlag

Cover des Romans "Ödland - Der Keller"Buchkritik: Dystopien erfreuen sich als Roman- und Filmstoff schon seit längerem großer Beliebtheit, vor allem weil sie bestens als Spiegel der Gesellschaft funktionieren. Zu diesem Genre gehören in der Filmlandschaft u.a. der deutsche Film “Jugend ohne Gott” (2017), der atmosphärisch dichte “The Road” (2009) und der sogar mit einem Oscar ausgezeichnete „Blade Runner 2049” (2017). Auch in der Romanwelt gibt es viele Variationen des Themas. Dazu gehören die Jugendbuchreihe “Maze Runner” (2009-2011) von James Dashner und die fünf Bücher der “Ödland”-Reihe des deutschen Autors Christoph Zachariae. Im Jahr 2015 erschien im Selbstverlag der erste Band “Ödland – Der Keller” und entwickelte ein düsteres und spannendes Zukunftspanoptikum.

Mega, eine ungewöhnliche junge Frau, wächst wohlbehütet in einem gut geschützten Keller auf. Dieser wurde von einer Gruppe von Wissenschaftlern bewohnbar gemacht und bietet Obhut für Kinder. Die Welt, wie wir sie kannten, ist schon vor langer Zeit untergegangen und so werden nach und nach alle Rohstoffe knapp. Dadurch könnte sich für Mega der lang gehegte Wunsch endlich erfüllen, die Welt an der Oberfläche, das sogenannte Ödland, zu erkunden. Doch das ist ein grausamer und brutaler Ort, wo Banditengruppen, wie die unter der Führung von Hagen, ganze Dörfer plündern und dort morden und vergewaltigen.

In zwei Handlungssträngen entführt uns der Autor Christoph Zachariae (*1972), der während seines Filmstudiums angefangen hat Drehbücher zu schreiben, in eine dystopische Zukunft, in der die heutige Welt bereits vor 40 Jahren untergegangen ist. Um eine größere Bandbreite abzudecken, wählt er zwei Erzählstränge, welche scheinbar nur wenige Überschneidungen aufweisen. So erzählt er die Geschichte nicht nur aus der Sicht der Hauptheldin Mega, sondern auch aus den Augen des brutalen Söldnertypen Hagen. Diese beiden Erzählungen sind qualitativ sehr unterschiedlich und bedingen so eine differenzierte Sogwirkung. Während die Geschichte von Hagen auf größtmöglichste Schockeffekte mit expliziten Gewaltbeschreibungen aus ist, lebt die Geschichte von Mega von den interessanteren Charakteren und der permanenten Spannung. Trotzdem wäre es schön gewesen, wenn die Figuren noch mehr Tiefe bekommen hätten, um Megas Zeit im Keller besser erfassen zu können. In diesem Sinne war auch die allwissende Erzählperspektive, die aber stets die Sicht des Hauptprotagonisten einnahm, etwas schwierig und stellenweise sogar irritierend. Eine Fokussierung auf einen allgemeinen oder persönlichen Blickpunkt wäre ratsam gewesen. Das beeinträchtigt genauso den Fortgang der Geschichte, wie die zu ausschweifenden, irrelevanten Beschreibungen. Der Autor Zachariae wiederholt sich dabei inhaltlich und sprachlich sehr oft. Auch hätte das Buch, was im Self-Publishing erschienen ist, einen besseren Lektor vertragen. Doch all dies tut der Spannung keinen Abbruch. Mit großem Interesse verfolgt man als Leser Megas Weg durch die dystopische Zukunft und möchte sie auch gern mit ihr erkunden. So schafft es der Autor bis zum Ende die Spannung zu halten und lässt es in einem offenen Ende münden, das es fast zwingend notwendig macht, die nachfolgenden vier Bände zu lesen.

Fazit: Der dystopische Roman “Ödland – Band 1: Der Keller” des deutschen Schriftstellers Christoph Zachariae entführt uns in eine kaputte, unbekannte Zukunft. Mit zwei Perspektiven umreißt er die Welt und hält trotz einiger sprachlichen Mängel die Spannung bis zum offenen Ende hin aufrecht und macht neugierig wie die Geschichte weitergehen mag, da man als Leser bisher nur einen Bruchteil von dem Ödland erkunden und erfassen konnte.

Bewertung: 3/5

Der Trailer zum Buch “Ödland – Der Keller”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu ““Ödland – Der Keller” von Christoph Zachariae (2015)

  1. Alex J. schreibt:

    Ist für die „Ödland“-Bücher eine Verfilmung bzw. eine Serie geplant? Weißt du da vielleicht mehr?

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