„Garden Party“ (2016)

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Kurzfilm / Frankreich / Animation / 2016

Poster des Kurzfilms "Garden Party"Filmkritik: Sechs französische Filmemacher schlossen sich zu dem Animationsfilmkollektiv ‚Illogic Collective‘ zusammen und konnten mit ihrem Abschluss-Kurzfilm „Garden Party“ internationale Erfolge feiern. Sie waren zu Gast auf 180 Festivals, darunter auch auf dem 18. Landshuter Kurzfilmfestival 2017 und ihr Werk wurde schlussendlich sogar bei der 90. Oscarverleihung als ein Kandidat für den besten Animationskurzfilm nominiert.

Auf einem verlassenen Anwesen mit Herrenhaus und Schwimmingpool toben sich Frösche und Kröten aus, da die früheren Besitzer scheinbar abrupt das Grundstück verlassen haben. Als die Musik zu spielen beginnt, kann dann auch endlich die Gartenparty starten.

Gabriel Grapperon, Florian Babikian, Victor Caire, Vincent Bayoux, Théophile Dufresne und Lucas Navarro schlossen sich während ihres Studiums an der MoPA (Hochschule für Animation in Frankreich) zu dem ‚Illogic Collective‘ zusammen. In diesem Kollektiv, was eine beliebte Art der Zusammenarbeit geworden ist (siehe: Ausstellungsbericht „Animationsfilmkollektive“), übernahmen alle Filmemacher alle Aufgaben, so dass sie sich in jedem Bereich ausprobieren und ihre Fertigkeiten schulen konnten. Insgesamt verbrachte das Team insgesamt 20.000 Arbeitsstunden über zehn Monate verteilt damit den sieben-minütigen Kurzfilm zu realisieren. Die Ausgangsidee war es, eine Geschichte mit Tieren zu erzählen, deren unschuldiger Charakter mit der menschlichen Hintergrundgeschichte ein stimmiges Ganzes ergibt. Während der Zuschauer die Amphibien beim Kennenlernen, Fressen und Spielen beobachten, realisiert er nach und nach die menschliche Tragödie. Dabei spielt der Film gekonnt mit Klischees aus dem Ganstergenre. Doch trotz dessen wird der Film nie schwer und besticht mit seinem zarten Humor und mit der einen oder anderen Slapstickeinlage. Aber nicht nur die Geschichte bedingt den Erfolg des Films, sondern auch die optische Ausgestaltung. Mit großer Detailverliebtheit und vorhergehenden, intensiven Studien, bei denen die Bewegungsabläufe von Fröschen und Kröten genau beobachten und in eine 3D-Version übertragen wurden, schufen sie einen beinahe fotorealistischen Film, der einfach wunderschön ist. In allen Bereichen, wie der Location, dem Wasser, beim Lichteinsatz und vor allem bei der Darstellung der Tiere überzeugt der Film mit seinen im dokumentarischen Stil inszenierten Bildern. Dieses Zusammenspiel macht „Garden Party“ des Animationsfilmkollektivs ‚Illogic Collective‘ so großartig und so verwundert es auch nicht, dass er so eine starke Resonanz im internationalen Festivalbetrieb auslöste. Man kann gespannt sein, was die jungen Filmemacher nach dem Ende ihres Studiums als nächstes Projekt realisieren werden.

Bewertung: 8/10

Glücklicherweise kann man Garden Party auch online sehen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • 18. Landshuter Kurzfilmfestival 2017 – Katalog (Programm ‚Internationaler Kurzfilmwettbewerb‘)
  • Website des Kurzfilms Garden Party
  • Wikipedia-Artikel über den Kurzfilm Garden Party
  • Bericht über den Kurzfilm Garden Party auf dem Portal Cartoon Brew

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