”Black Panther” (2018)

Poster zum Film "Black Panther"Filmkritik: Der Superheldenfilm “Black Panther” (OT: “Black Panther”, USA, 2018) ist der 18. Film aus dem Marvel-Universum und sticht trotzdem aus der Masse hervor. Das liegt auf der einen Seite an dem Umstand, dass ‘Black Panther’ der erste schwarze Superheld ist, aber vor allem an seiner konsequenten, tadellosen Umsetzung. Kein Wunder also, dass er in den Vereinigten Staaten Rekordsummen einnahm und sich lange an der Spitze der Kinocharts halten konnte.

© Walt Disney / Marvel

König T’Challa (Chadwick Boseman) übernimmt nach dem Tod seines Vaters den Königsthron in dem afrikanischen Staat Wakanda. Dieses besitzt durch Vibranium, ein nur dort vorkommendes Metall, eine sehr fortschrittliche Technologie und ist weiter entwickelt als die restliche Welt. Bisher haben sich Wakanda und seine vier Stämme aus allen fremden Problemen rausgehalten. Doch durch eine neue Bedrohung, den Schergen Ulysses Klaue (Andy Serkis), und den neuen Konkurrenten N’Jadaka (Michael B. Jordan) überlegt T’Challa, der in seiner Kampfmontur zu dem ‘Black Panther’ wird, zusammen mit seiner Schwester Shuri (Letitia Wright) und der Stammesführerin Nakia (Lupita Nyong’o), wie lange sie noch dieses abgeschiedene Leben führen können. Doch zuerst müssen sie sich ihren neuen Gegnern stellen.

© Walt Disney / Marvel

Nachdem bereits in “The First Avenger: Civil War” (2016) die Figur des ‘Black Panther’ eingeführt wurde, bekam der Held T’Challa nun endlich sein eigenes Leinwand-Abenteuer und erntete dafür sehr viel Anerkennung. Das liegt auf der einen Seite natürlich daran, dass es an schwarzen Superhelden bisher außer als Sidekicks mangelte. Der Film beschäftigt sich zusätzlich aber mit den afrikanischen Wurzeln und fragt indirekt danach, wie sich das Land ohne Sklaverei hätte entwickeln können. Dabei zeigt es ein stolzes, selbstbewusstes Volk, das durch den mysteriösen Rohstoff Vibranium die Möglichkeit hatte, an die Spitze zu gelangen. Das bedingt auch die zweite Stärke des Films. Die Frauen in Wakanda sind selbstbestimmt, stark und trotzdem wunderbar weiblich. Dem Regisseur Ryan Coogler (*1986), der bisher nur die Kino-Filme “Nächster Halt: Fruitvale Station ” (2013) und “Creed: Rocky’s Legacy” (2015) realisiert hat, ist damit ein unaufdringliches Paradebeispiel für weibliche Emanzipation gelungen. So tritt auch der ‘Black Panther’ oft hinter seine weiblichen Sidekicks zurück. Vor allem Danai Gurira (bekannt aus der amerikanischen Serie “The Walking Dead”) als Anführerin der Schutztruppe Dora Milaje, überzeugt als starke Figur und liefert mit die besten Actionszenen, welche das Marvel-Universum je gesehen hat. Die Action kommt bei diesem Film nicht zu knapp, schmiegt sich aber wunderbar in die Geschichte rein. Dabei ist die Story zwar nicht hundertprozentig originell, besitzt sie doch viele bekannte Elemente und Wendungen des Genres, dient aber wunderbar zum Transportieren der Botschaft und übt gleichzeitig unaufdringlich Gesellschaftskritik. Stan Lee (*1922) und Jack Kirby (1917-1994) ersannen die Figur des ‘Black Panther’ auf dem Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung und er wurde so zum Sinnbild dieser Zeit. Sie wollten damals den schwarzen Lesern eine popkulturelle Identifikationsfigur liefern. Dies funktioniert auch 52 Jahre nach der ersten Ausgabe des Comics auf der Leinwand genauso wunderbar und erklärt die riesige Fangemeinschaft dieser Superheldenverfilmung.

© Walt Disney / Marvel

Die afrikanische sowie die popkulturelle schwarze Prägung ist auch im gesamten Look sichtbar. Der fiktive Staat Wakanda ist eine wilde Mischung aus afrikanischen Traditionen und hochtechnisierten Fantasy-Elementen. So scheint durch die traditionsreiche Ausstattung immer wieder die Ultra-Moderne durch und das bezieht sich nicht allein nur auf die Technik, sondern auch auf die Kleidung aller Protagonisten. Um diesen Look zu kreieren, arbeitete Ryan Coogler bereits zum dritten Mal mit der Produktionsdesignerin Hannah Beachler zusammen. Diese bringt bunt und fantasievoll den Comicstil, die afrikanische Tradition und zeitgemäße Superheldenoptik zusammen. Dafür wurden viele Sets auch physisch erschaffen, mit CGI-Effekten erweitert und auch in realen Umgebungen wie Busan gedreht. In dieser Welt platziert Coogler seine temporeiche Geschichte voller ansprechender Actionsequenzen, welche er meist ungewöhnlicherweise vor Ort gleich von einem Cutter schneiden ließ. Neben der formalen Umsetzung besticht der sehr gut ausgewählte Cast. Dabei ragen vor allem die starken Frauenfiguren heraus. Letitia Wright, Lupita Nyong’o (erhielt einen Oscar für ihre Darstellung in “12 Years a Slave” (2013)) und vor allem Danai Gurira, die vermutlich coolste Actionheldin im Marvel-Universum, ergeben zusammen eine starke Frauenriege, welche die Männer an die Wand spielt. So überzeugt der Film nicht nur allein als schwarzer Superheldenfilm, sondern vor allem durch seine starken Figuren, gut choreographierte Actionszenen und seinem recht außergewöhnlichen Superheldenfilm-Look.

© Walt Disney / Marvel

Fazit: Das 18. Marvel-Abenteuer “The Black Panther” war ein großer Überraschungserfolg. Nachdem die Figuren schon früh angeteasert wurden, mauserte sich die Geschichte um den schwarzen König eines fiktiven hochtechnisierten afrikanischen Staates zu einem Überflieger. Das liegt vor allem an seinem schwarzen Selbstbewusstsein, den starken Frauenfiguren und der sich wunderbar anschmiegenden Ausstattung. In diesem Sinne kann man sich schon auf “Avengers: Infinity War” freuen, bei dem sich die Avengers, der Black Panther und die Guardians der Galaxy begegnen werden.

Bewertung: 7,5/10

Kinostart: 15. Februar 2018, DVD-Start: 19. Juli 2018

Der Trailer zum Film “Black Panther”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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