“Tomb Raider” (2018)

© Warner Bros. GmbH

Filmkritik: So wie dem Videospiel “Tomb Raider” selbst, welches bereits 1996 das Licht der Welt erblickte, mit dem 2013 erschienenen Spiel rebootet wurde, erging es auch der cineastischen Version. Durch das neue Spiel gab es die Möglichkeit die Angelina-Jolie-Version der Lara Croft hinter sich zu lassen und mit Alicia Vikander eine neue, authentische Lara zu schaffen. Damit schafft es der Film “Tomb Raider” (OT: “Tomb Raider”, USA, 2017) sich von vielen schlechten Videospielverfilmungen sowie den Vorgängern auch recht gut abzusetzen.

Lara Croft (Alicia Vikander) führt, trotz der Möglichkeit die Firma ihres Vaters Richard Crofts (Dominic West) zu übernehmen, ein eigenständiges Leben. Als sie endlich einwilligt ihn für tot zu erklären, nachdem er vor sieben Jahren verschwunden ist, erhält sie Zugriff auf private Dokumente und erfährt, dass er sich auf die Suche nach dem Grab der japanischen Königin Himiko begeben hat, welche von einer mythischen Legende umgeben ist. Also macht sich Lara auf den Weg nach Hongkong, um sich mit dem Kapitän Lu Ren (Daniel Wu) zur Insel Yamatai zu begeben. Dort erwartet sie aber eine gefährliche Söldnertruppe, so dass nicht nur die Wildnis und die eingebauten Fallen des Grabes ihr zum Verhängnis werden könnten. Doch Lara Croft gibt nicht auf, vor allem weil sie denkt, dass ihr Vater noch am Leben ist.

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Unbestreitbar gehört “Tomb Raider” zu den Spieleklassikern. Leider ist es auch eine bekannte Kinowahrheit, dass Spiele-Umsetzungen, á la “Alone in the Dark” (2005) von Uwe Boll, meistens misslingen. Es ist schwíerig ein spielerisches Geschehen auf eine narrative Handlung zu übertragen, da dafür meist klischeehafte Elemente hinzugefügt wurden. So erging es auch den ersten “Tomb Raider”-Filmen mit Angelina Jolie in der Hauptrollen aus den Jahren 2001 und 2003. Doch nachdem das Spiel sehr erfolgreich rebootet wurde und sich dort auch eine mehr feministische und realistische Actionheldin etabliert hat, konnten Regisseur Roar Uthaug (*1973) und die beiden Drehbuchschreiber Geneva Robertson-Dworet und Alastair Siddons ihre neue Umsetzung verfilmen. Das Spiel selbst besitzt bereits eine stark narrative Struktur und fügt mit Buddy-Elementen und diversen Figuren auch schon ein fast cineastisches Setting hinzu. Trotzdem übernahmen die Filmemacher dies nicht einfach, sondern machten daraus handfestes Bombast-Kino für Hollywood. Das ist schade, denn gerade damit versteifen sie sich auf diverse Stereotypen und auch auf Klischees. Dadurch funktionieren die emotionalen Komponenten nicht und auch die recht deutliche Schwarz-Weiß-Zeichnung mit dem voraus zu ahnenden Clou am Ende nimmt viel von der Spannung weg und reiht den Film in die Masse von Actionfilmen ein.

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Dass der Film trotzdem gute Unterhaltung liefert verdankt er seiner Hauptdarstellerin Alicia Vikander (*1988 in Gothenburg). Die schwedische Schauspielerin, welche für ihre Darstellung in “The Danish Girl” (2015) einen Oscar erhielt und in Filmen wie “Ex Machina” (2014) und “Light between the Oceans” (2016) überzeugen konnte, ist die perfekte Verkörperung der neuen Lara. Sie ist jung, dynamisch, forciert und durchtrainiert. Trotzdem steht sie nicht über den Dingen, muss Schmerz und Rückschläge ertragen. Wie sie sich durch die Insel kämpft und typische Spielelemente wie Fallen und feindliche Angriffe übersteht, bereitet Freude und gibt den Actionszenen mehr Überzeugungskraft als die Geschichte selbst. Leider können da die Nebendarsteller – vor allem Dominic West als Laras Vater und Kristin Scott Thomas als Vater-Ersatz – nicht mithalten und spielen nur im Rahmen ihrer Stereotypen-Grenzen. Leider funktioniert auch die Buddy-Geschichte mit dem Kapitän  Lu Ren nicht so richtig. Das Setting passt sich gut der Vorlage und auch der Geschichte an. Die meist überzeugenden Effekte runden das ganze ab. Nur an der einen oder anderen Stellen sieht es durch zu viel CGI-Einsatz doch mehr nach einem Computerspiel, als nach einem Film aus. Im Gesamten bietet der neue “Tomb Raider”-Film solide Unterhaltung nach klassischer Hollywood-Manier, aber mit einer starken Hauptrolle, die für einiges entschädigt.

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Fazit: Unter der Regie von Roar Uthaug entstand eine neue Verfilmung der “Tomb Raider”-Saga. Dieser orientiert sich optisch an dem Reboot der Videospiel-Serie von 2013 und übernimmt auch die groben Züge der Geschichte. Diese wird zugunsten einer Hollywood-Erzählweise angepasst und liefert standardisierte Kost. Dass dies trotzdem unterhalten kann, verdankt der Film seiner bezaubernden Hauptdarstellerin, welche eine wunderbare neue Lara Croft abgibt, der man gern bei ihren Kämpfen und Actionszenen zu sieht, ansonsten bietet der Film stabile, typische Genre-Unterhaltung.

Bewertung: 5,5/10

Kinostart: 15. März 2018, DVD-Start: 2. August 2018

Der Trailer zum Film “Tomb Raider”

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • Wikipedia-Artikel zum Spiel “Tomb Raider
  • Wikipedia-Artikel zum Film “Tomb Raider
  • Rezension zum Film “Tomb Raider” auf dem Portal “Golem”
  • Rezension zum Film “Tomb Raider” in der Zeitung “Augsburger Allgemeine”
  • Rezension zum Film “Tomb Raider” im Spielemagazin “4Players” 

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