“A Morning Stroll” (2011)

Kurzfilm / UK / Animation / 2011

Filmkritik: In der ‘BeSZt-of’-Veranstaltung auf dem 30. Filmfest Dresden 2018 liefen einige der Publikumsgewinner aus den vergangenen Jahren des Filmfest. Darunter auch der amüsante “A Morning Stroll”, der auf dem 24. Filmfest Dresden 2012 die Herzen der Zuschauer gewann.

Ein Huhn geht in den Jahren 1959, 2009 und 2059 seinem Morgenspaziergang nach und erregt dabei immer das Aufsehen eines Passanten.

Anfänglich war der Kurzfilm ein einminütiges Animations-Projekt des Studios ‘Studio Aka’, welches sich auf Werbung spezialisiert hatte, um zu zeigen, welche Animationsarten möglich sind. Schnell erkannten sie, dass es sich auch für einen Film eignen würde und so bauten die Produktionsleiterin Sue Goffe und der Regisseur Grant Orchard das Projekt zu einem siebenminütigen Kurzfilm aus. Lose basiert die Geschichte auf zwei Vorlagen. Zum einen auf der Kurzgeschichte “The Chicken” (herausgegeben im New York Literary Review, 1986) von Casper G. Clausen und zum anderen auf einer wahren Begebenheit, welche Paul Auster in seinem Buch “True Tales of American Life” beschreibt. Herausgekommen ist dabei ein leichtfüßiger, gelungener Animationsspaß.

Durch seine dreigeteilte Erzählung in den unterschiedlichen Jahrzehnten – Vergangenheit, Jetztzeit und dystopische Zukunft – hat der Film nicht nur die Möglichkeit mit Klischees und Stereotypen zu spielen, sondern nutzt es auch dazu, drei verschiedene Animationsstile zu präsentieren. Das Jahr 1959 wird in klassischen schwarz-weißen Zeichentrick-Aufnahmen festgehalten, die heutige Zeit inklusive etwas Gesellschaftskritik in bunten Bildern und die Zukunft, in der es der Menschheit viel schlechter geht als den Hühnern, in für damalige Zeiten feinster 3D-Animation. Diese narrative wie künstlerische Spielfreude brachte dem Kurzfilm 2012 sogar eine Oscar-Nominierung für den besten Animations-Kurzfilm (Gewinner: “The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore”) ein.

Fazit: Der Kurzfilm “A Morning Stroll”, der zu Recht den Publikumspreis auf dem 24. Filmfest Dresden gewann, ist ein amüsantes Kleinod, das mit seiner Geschichte, aber vor allem mit seiner kreativen Ausgestaltung und Spielfreude überzeugt.

Bewertung: 7,5/10

Überzeugt euch selbst. Auch diesen Kurzfilm kann man sich online anschauen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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