„Die Farbe des Horizonts“ (2018)

Filmkritik: Shailene Woodley gehört wohl zu den bekanntesten Jugendstars der heutigen Generation. Mit Filmen wie „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (2014) und der „Die Bestimmung“-Trilogie (2014-2016), beides Jugendbuchverfilmungen, hat sie sich in die Herzen der Zuschauer gespielt. Genau wie Sam Claflin, der bei dem Überlebensfilm „Die Farbe des Horizonts“ (OT: „Adrift“, Hongkong/Island/USA, 2018) an ihrer Seite spielt. Dieses Gespann verlagert den Schwerpunkt des Films und baut viel von jugendlicher Romantik ein, welche die Fans der beiden gewiss erwarten.

Die Backpackerin Tami Oldham (Shailene Woodley) verschlägt es auf die Insel Tahiti. Dort lernt sie den charmanten Weltumsegler Richard Sharp (Sam Claflin) kennen und sie beschließen den Weg gemeinsam weiterzugehen. Statt weiter durch die Welt zu reisen, nehmen sie das lukrative Angebot eines älteren Ehepaares an, ihre Yacht nach Kalifornien zurückzubringen. Der idyllische Segeltörn wird aber auf halber Strecke von einem schweren Sturm zerstört. Da Richard bei dem Sturm schwer verletzt wurde, muss Tami, die Segelanfängerin, sich nun darum kümmern, dass sie das Ufer noch erreichen.

Nach einer wahren Begebenheit, basierend auf dem autobiografischen Erfahrungsbericht „Red Sky In Mourning: A True Story Of Love, Loss And Survival At Sea“ (2002) von Tami Oldham Ashcraft, erzählt der Spielfilm typische Genreunterhaltung. Durch seine doppelte Fokussierung – die Liebesgeschichte der beiden und das Überleben auf See – schafft er es ein breiteres Spektrum an Zuschauern anzusprechen, aber gleichzeitig Fans von richtigen Seenot-Filmen á la „All is lost“ (2013) oder Katastrophenfilmen abzuschrecken. Die Regie übernahm der isländische Filmemacher Baltasar Kormákur (*1966), welcher sich bisher vor allem durch sein mit einem hochkarätigen Ensemble besetzten Film „Everest“ (2015), der verhältnismäßig sachlich daherkommt, einen Namen gemacht hat. Gerade Fans des Regisseurs, die etwas Ähnliches erwartet haben, werden von „Die Farbe des Horizonts“ enttäuscht sein. Durch seine autobiographische Quelle besitzt der Film viele emotionalen Szenen und die Überlebensgeschichte wird stets durch aus den Augen einer Liebenden erzählt.

Getragen wird der Spielfilm natürlich von den beiden beliebten Jungdarstellern Claflin und Woodley. Beide spielen ihren Rollen souverän und sprechen gerade ihr Zielpublikum mit ihrem Abenteurergeist und der jungen Liebe an. Hinzu kommt eine solide Inszenierung der Liebesgeschichte, aber auch des Katastrophenteils. Der glückliche Part wird in traumhaften Bildern erzählt und taucht die recht ansehnlichen Protagonisten ins schönste Licht. Der Gegensatz ist die gefahrvolle See und man sieht den Filmemachern die Lust an, die Stars von Strapazen gezeichnet zu zeigen. Der Authentizitätsanspruch wird gewahrt, aber stets kombiniert mit den Emotionen, die aus der wahren Begebenheit resultieren. Doch dafür setzt der Film die Ereignisse souverän um. Solange man sich die Zielgruppe und den Ursprung vor Augen führt, kann dieser Film auch genregerecht unterhalten. Man muss sich nur darauf einlassen, dass alles eine sehr starke emotionale Note besitzt.

Fazit: Der Spielfilm „Die Farbe des Horizonts“, welcher auf wahren Begebenheiten basiert, wurde vom isländischen Regisseur Baltasar Kormákur souverän umsetzt. Dabei folgt er den Standardwegen einer Liebesgeschichte und eines Übelebenskampf-Films. Er versucht durch Rückblenden beiden Genren gerecht zu werden und das funktioniert gut, vor allem auch durch die soliden Darsteller und den authentischen Look. Dabei verlässt er nie die konventionellen Wege, kann aber trotzdem gut unterhalten, vor allem, wenn man ein Faible für Seenot-Filme oder die beiden Darsteller Claflin und Woodley hat.

Bewertung: 6/10

Kinostart: 12. Juli 2018, DVD-Start: 16. November 2018

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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