„Gans im Glück“ (2018)

Filmkritik: Um dem Film einen guten Start zu verschaffen, wird überall damit geworben, dass der Film aus der Hand der „Shrek“-Macher stammt. Zwar gehören zu dem großen Produzentenstab auch zwei der ehemaligen Produzenten des DreamWorks-Animationsspaßes aus dem Jahr 2001, doch ansonsten haben die Filme nichts gemein. Ungeachtet dessen, ist „Gans im Glück“  (OT: „Duck Duck Goose“, China/USA, 2018) ein Animationsvergnügen vor allem für kleine Zuschauer und zeigt wunderbar wie China immer mehr zu einem Teil der Mainstream-Produktionen wird.

Der Gänserich Peng liebt sein unabhängiges Leben. Kurz bevor alle Gänse in den Süden aufbrechen, flirtet er lieber mit Jin Jing und macht sein eigenes Ding, als den Formationsflug zu üben. Als er sich kurz vor dem Abflug den Flügel verletzt, wird er zurückgelassen. Nun beschließt er, die Gruppe erstmal zu Fuß einzuholen, bis er wieder fliegen kann. Dabei wird er von den beiden Entenküken Lizzy und Lucky angesprochen, die ebenfalls den Anschluss zu ihrer Gruppe verloren haben. Er willigt genervt ein, ihnen zu helfen, da sie ihm wunderbar als Schutzschild dienen könnten. Doch bald erkennt er, dass er doch mehr Gefühle hat, als er dachte.

Die amerikanisch-chinesische Co-Produktion ist ein gutes Beispiel, wohin sich zumindest ein Teil der Filmbranche entwickeln kann. Mit einem typischen amerikanisch, perfekten Look wird China in schönsten Farben und natürlich mit allen Klischees eingefangen. Dabei überrascht nur die Härte des Schicksal, das den beiden Entenküken eigentlich droht. Doch ansonsten zeichnet der Film ein wunderschönes Bild der chinesischen Flora und Fauna und das funktioniert wunderbar. Dabei bleibt der Film amerikanischen Erzählmustern und Stereotypen treu und nimmt die Zuschauer auf eine gängige Roadmovie-Komödie mit, bei der am Ende alle mit viel Herz zueinander finden und natürlich die Wandlung des Haupthelden im Vordergrund steht. Das ist ganz offensichtlich vor allem für ein jüngeres Publikum konzipiert, denn ältere Zuschauer werden daran wenig Freude haben. Auch fallen bei der deutschen Synchronisation neben den oft humoristisch verwendeten Dialekten auch die Änderungen der chinesischen Namen auf. Das passierte vermutlich um die Küken zugänglich für die Zielgruppe zu machen, welche sich vor allem mit diesen beiden identifizieren wird.  

Die Regie bei dem Film übernahm der Amerikaner Christopher Jenkins. Dieser war lange Zeit bei Filmen wie „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1988) und „Hercules“ (1997) als Animator tätig und hat dann als Produzent u.a. „Könige der Wellen“ (2007) produziert. Mit „Gans im Glück“ gibt er sein Regiedebüt und leistet damit souveräne Unterhaltung, vor allem für junge Zuschauer. Denn optisch macht der Film viel Spaß und liefert traumhafte Bilder. Der Humor der Schildkröte und der der Kraniche passt sich den kindlichen Gemütern wunderbar an. Abgerundet von einem passenden und unauffälligen Score ist der Animationsfilm ein passender Spaß für kleine Zuschauer und bietet genug Schauwerte für die Eltern, so dass er als leichte Kinounterhaltung gut funktioniert.

Fazit: Der Animationsfilm „Gans Im Glück“ liefert mit seinen wohlgefälligen Bildern, dem kindgerechten Humor und einer klassischen Roadmovie-Geschichte im fernen China und mit flauschigen Küken gute, für kleine Zuschauer zugeschnittene Unterhaltung. Als besonders kann er sich dabei aber nicht herauskristallisieren und geht für erwachsene Zuschauer in der Masse der Animationsfilme für Kinder unter.

Bewertung: 6/10

Kinostart: 9. August 2018, DVD-Start: 7. Dezember 2018

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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